Kampf um Online-Werbecents: Twitch öffnet Partnerprogramm, YouTube ohne Spots

Screenshot: blog.twitch.tv

Manchmal passt alles zusammen. Manchmal auch nicht. Die "Cheers" bei Twitch waren wohl ein Erfolg und kommen demnächst zu allen Streamern auf der Plattform. Na ja, jedenfalls zu fast allen. Wer 500 Minuten Livestream und sieben verschiedene Streams in den letzten 30 Tagen geschafft hat und dabei durchschnittlich wenigstens drei weitere Zuschauer hatte, der braucht nur noch mindestens 50 "Follower" und dann darf er in den nächsten Monaten mit einer "Einladung" zum Partnerprogramm von Twitch rechnen.

Dann kann er auch ein paar Groschen per "Cheers" kassieren. Und es kommt noch besser: Er darf bald auch ein Abo-Modell anbieten, am Verkauf von Games mitverdienen und vor allem: Sich an den Werbeeinnahmen beteiligen, so wie die YouTuber auf Googles Konkurrenz-Plattform auch.

Während Amazon den Stream-Anbietern auf seiner Plattform demnächst also etwas mehr Einkommen verschaffen will - egal ob mit oder ohne "Rundfunk-Lizenz" - sind viele YouTube-Partner gerade anscheinend in größeren Schwierigkeiten. Ihre Werbeeinnahmen schwinden- und zwar noch deutlich über den ohnehin seit Jahren grassierenden Preisverfall für Online-Werbung hinaus.

Viele große Werbekunden haben derzeit ihre Budgets für YouTube-Werbung stark eingeschränkt oder meiden die Plattform derzeit sogar ganz. Bei YouTube soll sogar mal ein Werbespot vor einem IS-Propagandavideo gelaufen sein und insbesondere große Agenturen nutzen dies jetzt, um die "ungeeigneten Werbeumfelder" unter den YouTube-Videos zu kritisieren. Sehr eigenartig. Schalten die etwa dort schon seit Jahren Werbespots für Millionen-Beträge und haben aber noch nie geschaut, was als Programm bei YouTube so läuft? Mir erscheint das eher wie ein billiger Vorwand, um Budgets wieder in das gute alte -und für die Agenturen wohl lukrativere- TV-Geschäft umzuleiten.

Aber so ist es halt, dieses Werbegeschäft. Manchmal passt alles zusammen. Manchmal auch nicht.

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