Für zwei Euro TV: Telekom geht mit "StartTV" an den Start

Foto: Telekom

In der Regel geht die Sache für Kong, den großen Gorilla, ja nicht so gut aus. Die Original-Geschichte besagt nun einmal, dass er auf einem großen Hochhaus erschossen werden wird. Aber das ist Schnee von gestern. Gerade ist die neueste Version als "Kong: Skull Island" in den Kinos und dieses Mal wird er nicht erschossen. Es ist die modernere Version der Geschichte, unter chinesischem Management und wenn alles klappt, dann wird er uns bald zusammen mit "Godzilla" entertainen.

Diese Version entspricht auch viel mehr den Realitäten des modernen Wirtschaftslebens. Wenn es ums Geschäft geht, dann haben Gorillas in der Regel die größte Lebenserwartung von allen. Trotzdem will niemand "Gorilla" sein. Die Telekom auch nicht. Aber wenn sie von den Konditionen des jetzt von ihr für Mai angekündigten "StartTV" lesen, dann werden einige Konkurrenten wohl denken, sie seien Kong direkt vor die Faust gelaufen.

Ab 2 Euro im Monat bietet "StartTV" dann rund 100 Sender im Stream- 22 davon in HD-Qualität, dazu eine übersichtliche Programmübersicht (EPG) und eine intelligente Suchfunktion. Okay, "übersichtliche" Programmübersicht glaube ich erst, wenn ich es sehe.

"Angebote auf die individuellen Bedürfnisse des Zuschauers zugeschnitten - das ist Fernsehen bei der Telekom. Mit dem Premiumangebot EntertainTV haben wir unsere Kunden - dank Timeshift, Restart und Video on Demand – von festen Sendezeiten befreit und dem modernen Fernsehen zum Durchbruch verholfen", meint Michael Hagspihl, Geschäftsführer Privatkunden der Telekom. "Doch auch das klassische, lineare Programm-Fernsehen ist für viele Kunden weiterhin attraktiv. Für alle, die sich Fernsehen zu festen Sendezeiten und ohne Schnickschnack wünschen, hat die Telekom mit StartTV ein unkompliziertes Fernseherlebnis entwickelt."

Oh, "EntertainTV" ist jetzt ein "Premiumangebot". Da muss aber noch das eine oder andere neben DVR-Funktionen, ab und zu toller Musik und ein Jahr "FC Bayern TV" for free dazu kommen. Sonst könnte, wie ich meine sparsamen Nachbarn so kenne, durchaus die Telekom das erste Opfer der Telekom sein. "Das reicht!!" hätte jedenfalls Opa zu "StartTV" gesagt und dafür "EntertainTV" abbestellt.

Obwohl mit "22 HD-Sender" natürlich nur "frei" empfangbare, in der Regel öffentlich-rechtliche Angebote gemeint sind. RTL, ProSieben und so weiter sind auch dabei- aber nur in SD. Womit das gerade durch die DVB-T2-Umstellung etwas entschärfte "HDplus-Problem" der Privatsender in moderner Form auf einem neuen Kanal fröhlich wieder zurück kommt. Oder wie Opa sagen würde: "Für's Dschungel-Camp ist das genug".

Kunden, die Wert auf schärfere Unterhaltung legen, können ihr "StartTV"-Paket über Zubuchoptionen nach Belieben erweitern. Verfügbar sind zunächst das HD-Start Paket mit weiteren 24 HD-Sendern sowie EntertainTV mobil. Noch in diesem Jahr soll der Zugang zur Online-Videothek Videoload und PayTV-Angeboten folgen.
Für "StartTV" braucht es einen Internetanschluss mit mindestens 16 MBit/s und den neuen Media Receiver Entry. Der kostet monatlich 2,95 oder einmalig 79,99 Euro. Für ganz schnelle "Bestandskunden" der Telekom gibt es ihn sogar kostenlos- und zwölf Monate "StartTV" noch dazu. Neukunden können den Festnetz- und Internetanschluss im ersten Jahr für monatlich 19,95 Euro haben- inklusive StartTV oder EntertainTV.

Und auch für die Gorillas gibt es was: Die Deutsche Telekom hat im Rahmen ihres internationalen Musikprogramms Telekom Electronic Beats eine Partnerschaft mit der britischen Band Gorillaz geschlossen. Ja, die Gorillaz, die es eigentlich zum großen Teil nur virtuell gibt, die aber trotzdem große Musik machen.

Rund um die Veröffentlichung des neuen "Gorillaz"-Albums "Humanz" am 28. April startet die Deutsche Telekom eine Kampagne. Ein Bestandteil soll der Launch einer "innovativen Augmented Reality App" sein. Diese wird Fans den Zugang zu "exklusivem Gorillaz Content" ermöglichen. Darüber hinaus wird es Konzerte in Europa geben.

Telekom-Kunde sein kann also vielleicht irgendwann richtig Spaß machen. Sogar Geld sparen. Hätte vor ein paar Jahren noch keiner geglaubt.

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