"Elvis & Nixon" und mehr: Großes Kino der Amazon Studios bei Prime

"Manchester by the Sea" Foto: Amazon

"Coming to Prime Video on May 5th, 2017", so informiert der US-Store von Amazon Video zu "Manchester by the Sea". Derzeit kann man den zweifach Oscar-prämierten Film aus den Amazon-Studios dort für 5,99 Dollar leihen oder für 14,99 Dollar kaufen. Bei uns habe ich eine solche, für viele sicherlich interessante Information noch nicht gesehen. In Deutschland ist "Manchester by the Sea" derzeit nur für 13,99 Euro vorzubestellen.

Ob es nun 90 Tage später der Fall ist oder auch etwas mehr: Filme aus den Amazon Studios kommen im Gegensatz zu den "Netflix-Originalen" zuerst ins Kino und eine "Sperrfrist" bis zur Streaming-Freigabe wird eingehalten. Exklusivität ist wichtig, ja- aber aus Sicht eines auf maximalstmögliche Effizienz getrimmten Handels-Giganten wohl nicht wichtig genug, um mögliche Einnahmen zu verschenken. Oder sich dem Zorn der Kino-Besitzer auszusetzen.

Deutsche "Prime Video"-Nutzer dürfen sich sicher demnächst ebenfalls auf mehr Werke aus den Amazon-Studios freuen- vielleicht auch bald deren Oscar-Gewinner "Manchester by the Sea".

"Oh, Sie wollen also.... Verzeihung, Sie wollen was??" Schon angekommen bei Prime Video ist Kevin Spacey als US-Präsident, still und leise, ganz ohne irgendwelche Werbung und nein, nicht als Präsident Underwood. Sondern als durch den "King" sichtlich irritierter Präsident Richard Nixon in "Elvis & Nixon" aus den Amazon Studios.

Wie die kommende "War Machine" von Netflix ist das absurd, dazu deutlich lustiger- und empfehlenswert. Obwohl weder Kevin Spacey irgendwie wirklich wie Richard Nixon aussieht oder gar Michael Shannon wie Elvis Presley. Und das Ganze auch noch auf Tatsachen beruht. Denn Elvis und Nixon trafen sich wirklich 1970 im weißen Haus, nachdem der damals bereits gelegentlich etwas seltsame "King" tatsächlich unangekündigt dort erschienen war und Richard Nixon wohl seine Hilfe gegen verschiedene Übel dieser Welt wie Drogen, Antiamerikanismus oder die Beatles angeboten hatte. Ein Foto dokumentiert die mit Sicherheit sehr skurrile Begegnung zweier sehr unterschiedlicher Menschen.

Ein wirklicher Kino-Erfolg war "Elvis & Nixon" für die Amazon Studios nicht. Weltweit sollen gerade einmal so anderthalb Millionen US-Dollar hereingekommen sein. Trotzdem lohnt sich das Anschauen. Shannon sieht nicht aus wie Elvis. Spacey sieht nicht aus wie Nixon. Beide aber sind Darsteller der absoluten Spitzenklasse und haben den Charakter ihrer Rollen bis hin zur Körperhaltung oder kleineren Marotten verinnerlicht. So entsteht Comedy der Spitzenklasse- basierend auf einem Spitzen-Drehbuch voller Absurditäten. Hinreißend komisch auch deshalb, weil irgendwie das Gefühl entsteht: Elvis und Nixon- das ist völlig verrückt und genau deshalb könnte das Treffen zwischen diesen zwei sehr verschiedenen Persönlichkeiten exakt so gelaufen sein.

Das passt- und insbesondere ins Streaming-Abonnement. Denn es gibt Spielfilme, die sind für das Fernsehen gemacht, aber vertragen keine Werbe-Unterbrechung. Und ohne Amazon und Netflix würde es sie vielleicht bald gar nicht mehr geben. "Elvis & Nixon" ist so einer.

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