"El Clásico" bei Dazn: Da guckt doch wer- wie war die Quote?

Foto: Dazn

Über die hier und da immer wieder auffallenden Indizien, dass der neue Sport-Streamingdienst "Dazn" (immer daran denken: "däzzone") in Deutschland zumindest bei den Hardcore-Sportfans Anklang findet, haben wir hier ja schon berichtet. Gestern Abend war es wieder so weit. Obwohl: Das Wochenende ist vorbei, und alles erscheint an der "medialen Oberfläche" wie immer.

Die üblichen Quoten-Berichterstatter diskutieren wie jeden Montag, ob nun gestern eher mehr "Zielgruppen-" oder mehr entbehrliche Zuschauer den "Tatort" im Ersten, den heile Welt-Film im Zweiten oder gar Mainstream-Softporno (Fifty Shades of Grey) bei RTL geguckt haben. Was wie immer nicht diskutiert wird, ist die eigentlich immer interessanter werdende Frage der "Streamer-Quote". Sie wird nicht ausgewiesen- selbst wenn wir ( ich zum Beispiel war bei Amazons neuer "Bosch"-Staffel) irgendwann die Mehrheit sind, verteilen die Quoten-Macher für das "normale" Fernsehen weiter 100%.

Im "Second Screen" (ja, auch den gibt es immer noch) verdichteten sich dagegen die Hinweise auf ein anderes TV-Ereignis: "El Clásico" lief "live und exklusiv" bei Dazn. Einige beschwerten sich wieder, weil sie trotz Abonnement offenkundig Verbindungsprobleme zum "LaLiga"-Streaming hatten. Andere feierten Dazn für eine tolle Übertragung und einen begeisternden Fußball-Abend mit Real Madrid und dem FC Barcelona sowie für die "beste 'El Clásico'-Übertragung aller Zeiten".

Denn ja, auch bisher haben echte "Hardcore" Fans schon oft irgendwie und irgendwo einen Livestream des ebenso ewigen wie epischen spanischen Fußball-Duells gefunden, wenn es denn mal wieder stattfand. Aber das wollen wir nicht so genau wissen. Und vergleichbar mit der Kategorie "Fernsehen" waren diese Art Streams oft sicher nicht.

"El Clásico ist ein ganz besonderes Spiel, das die Nation spaltet und natürlich auch politisch ist. Das muss man wissen, man verteidigt schließlich nicht nur sein Trikot. Aber wir Spieler sind dafür da, um das Spiel sportlich zu sehen und das tun wir auch. Wir sehen aber natürlich auch die damit einhergehenden Probleme. Real Madrid ist eine tolle Mannschaft - gar keine Frage - die natürlich tollen Fußball spielt und uns immer wieder aufs Neue prüft. Dementsprechend sind das immer ganz, ganz enge Spiele und es ist immer etwas Besonderes, beim Clásico dabei zu sein", so Barcelonas Torwart Marc-André ter Stegen bei Dazn.

Und eine zumindest nicht ganz geringe Anzahl deutscher TV-Zuschauer war nun eben auch dabei, wie Lionel Messi in einem insgesamt großartigen Spiel den 3:2 - Sieg des FC Barcelona beim Erzrivalen Real Madrid in der Nachspielzeit perfekt machte.

Auch darüber, dass hinter Dazn die Beteiligungsgesellschaft "Access Industries" und  damit der exilrussische Multimilliardär Leonard Blavatnik steht, haben wir hier schon berichtet. "Finanziell können wir mit den Großen mitspielen", so hört man es aus dem Hause des neuen TV-Konkurrenten immer wieder und jetzt geht es anscheinend sogar dem deutschen TV-Markt so richtig an den Kragen. Denn Dazn soll für die TV-Rechte der Champions League von 2018/19 bis 2020/21 das finanziell lukrativste Angebot bei der UEFA abgegeben haben. Darüber müssen die Herren der Rechte nun wohl etwas länger nachdenken.

Okay, die Performance der "Perform Group" als "Dazn"-Betreiber ist vielleicht gerade etwas besser als die Performance der Bundesliga-Klubs in der Champions League. Aber noch immer erscheint ein Duell von zum Beispiel Borussia Dortmund gegen Bayern München in der Endphase einer Champions League-Saison denkbar. Oder gar gegen Red Bull, ähh, falsch, RB Leipzig.

Und dann könnte mit "Dazn" ein exilrussische Multimilliardär die deutschen TV-Rechte besitzen. Es wäre eine für nicht wenige Fernsehmacher sehr gewöhnungsbedürftige neue Welt.

Kommentare