Arte schafft die "Mediathek" ab- online wird zum "Auftritt"

Screenshot: arte.tv

Eigentlich bin ich ja gerade sauer auf "Arte", weil sie die schönen Reportagen werktags ab 19.30 Uhr der Politik geopfert haben. Aber auch Arte TV ist letztendlich öffentlich-rechtlich, sie haben einen "Auftrag"- Arte hat nur das Glück, nicht ARD oder ZDF zu sein. Das bedeutet: "Arte" geht immer, man kann dem europäischen Fernseh-Projekt irgendwie nicht langfristig böse sein und wie die Goldfische im neuen Sende-Logo kehren wir Zuschauer immer wieder brav und neugierig zurück. So sagt man es jedenfalls.

Ab sofort können wir vielleicht auch wieder für 19.30 Uhr ein politikfreies Arte-Programm für uns finden. Denn die öffentlich-rechtlichen Mühlen arbeiten langsam- aber auch stetig, da der Geld-Nachschub im Gegensatz zu weniger privilegierten privaten Medien stets gesichert ist und Arte hat nun, so wie vor einem halben Jahr auch das ZDF, seine Mediathek erneuert.

Nein, es ist noch viel besser: Arte TV hat die Mediathek abgeschafft. Denn "der umfassende Relaunch" soll alle bisherigen ARTE-Plattformen und die "+7-Mediathek" zu einem "neu strukturierten Videoportal" verschmelzen. "ARTE im Netz wird zu einer Videoplattform für das Beste aus Kultur und Kunst, Film, Wissenschaft und Investigation aus Europa", so verspricht es uns ARTE-Präsident Peter Boudgoust.

Und schon bin ich gar nicht mehr sauer auf "Arte". Denn dass endlich mal jemand aus dem öffentlich rechtlichen Fernsehen mit dem "Mediathek"-Begriff der verstaubten Alt-Fernsehmacher aufräumt, dass ist ebenso überfällig wie unerwartet. Es geht dabei schließlich nicht nur um Begriffe. "Mediathek"- das war immer ein "haben wir auch noch". Sozusagen der "Online-Keller". Ein "da kommt man heutzutage ja nicht mehr drumherum", um einige Produkte des "richtigen Fernsehens" (möglichst nicht zu lange) in "diesem Internet" abzulagern.

Bei Arte wird die "Mediathek" nach 318 Millionen Videoabrufen 2016 im gesamten Digitalangebot des Senders nun zum "Online-Auftritt" befördert und bekommt gleich auch noch einen weiteren Innovationsschub in die richtige Richtung. Auf "sämtlichen Ausspielwegen" und Endgeräten (Website, iOS, Android, Smart TV, HbbTV) soll eine einheitliche Benutzererfahrung möglich werden. Keine "Mediathek" mehr. Statt dessen also so etwas wie das "responsive Fernsehen on demand".

Das Ganze wird nun in den acht Themenkategorien "Aktuelles und Gesellschaft", "Kino", "Fernsehfilme und Serien", "Kultur und Pop", "Arte Concert", "Wissenschaft", "Entdeckung der Welt" sowie "Geschichte" präsentiert, die es dem Nutzer ermöglichen sollen, Inhalte schneller und einfacher aufzufinden.

Der neue Online-Auftritt lässt sich außerdem nach dem Relaunch personalisieren: Durch die Rubrik "Mein ARTE" können Nutzer ein auf sie zugeschnittenes Angebot gestalten, favorisierte Sendeformate abonnieren oder auf ihren Präferenzen basierende Videovorschläge erhalten.

Na dann. Für mich bitte noch mehr innovative Vorschläge wie den da- da gibt es die Antarktis im 360° Rundumblick.

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