Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im Mai

"American Gods". Foto: Amazon

Der Mai ist gekommen und vielleicht liegt es ja auch an den nun möglichen Alternativ-Programmen, dass mich das Streaming-Programm des Monats nicht wirklich vom Hocker reißt. Das Thema des Monats ist aber sicher das Duell der Serien-Götter von Amazon gegen die Übersinnlichen bei Netflix.

Da sind zuerst einmal die "American Gods", die bei uns als "Amazon Original" von Starz zu Prime kommen. Man hat sich tatsächlich getraut, die Buch-Fantasien von Neil Gaiman aus dem Jahr 2001 in drastischen Fernseh-Bildern auszuleben. Und der Werbe-Ruf, der nun der neuen, ja was eigentlich, sagen wir mal Horror-Mystery-Serie voraus geht, ist so gewaltig, dass die Realität jetzt eigentlich nur noch enttäuschen kann. Da oben im Bild ist übrigens "Bilquis"- sie bringt Männern den Sex ihres Lebens und verschlingt sie dann. Nicht durch den Mund.

Netflix hat dagegen die zweite Staffel von "Sense8" neu im Angebote mit, so verspricht es uns zumindest der verfügbare Trailer, erneut nicht ganz so drastischen, dafür aber wieder bombastischen Bildern.

Genug des Übersinnlichen und zurück zum Programm. Amazon geht da im Mai mit uns auch mal raus, zum Beispiel zum "Everest". Da gibt es ebenfalls spektakuläre Bilder- im Blockbuster aus dem Jahr 2015 genauso wie perfekt dazu passend in der Doku "Messners Himalaya". Mehr auf die Ohren als auf die Augen zielt dagegen "Straight Outta Compton", ein echter Rap-Blockbuster, der dem Mythos L.A. den auch perfekt passenden Sound verpasst, nicht den Sound für Weichspüler wie mich.

Nichts für mich ist auch Amy Schumer- Amazon bringt sie trotzdem als "Dating Queen" zu uns. Dafür versetzt mich eine andere, leider viel zu früh verstorbene Amy ins Schwärmen. "Amy - The girl behind the name" bringt uns Amy Winehouse noch einmal zurück, und darauf freue ich mich schon sehr.

Gute Musik scheint überhaupt ein Mai-Thema zu sein. Wer kennt Sixto Rodriguez? In "Bones" gibt es eine Folge, in der ein völlig erfolgloser und verarmter Sänger ermordet wird. Dann stellt sich heraus, dass er ein Super-Star und plötzlich reich war- aber nur auf den Philippinen. So etwas gibt es tatsächlich. Sixto Rodriguez aus Detroit veröffentlichte Anfang der 70er Jahre in den USA einige völlig erfolglose Platten und arbeitete danach als Bauarbeiter. Niemand, nicht mal er selbst, wusste, dass er in Australien ziemlich populär war und sein Album "Cold Fact" in Südafrika sogar quasi zum Soundtrack der Antiapartheidbewegung wurde. Der Oscar-prämierte Dokumentarfilm "Searching for Sugar Man" hat 2012 die Geschichte für die Welt ausgegraben und Amazon macht sie im Mai "Prime".

Dazu hat Amazon dann noch Filme zum Thema Mädchen und Pferde ("Sunday Horse - Ein Bund furs Leben"), Mädchen und Datenschutz ("Unknown User") sowie den 2. Weltkrieg ("Operation Anthropoid").

Serien-Fans können sich neben den "American Gods" dann noch mit Jesse Pinkman Aaron Paul auf die Staffel zwei von "The Path" begeben, "Shameless" in Staffel sechs sein, Staffel zwei der "Blutsbande" wiederholen oder gar mit "The Team" ZDF-Krimis nochmal schauen. Und noch als Nachtrag zu gestern: Amazons Film-Oscar "Manchester by the Sea" wird bei uns im Mai nicht "Prime", wie in den USA. Wir dürfen ab 19. Mai kaufen und ab dem 1. Juni leihen.

Aber nun zu Netflix. Die haben im Mai nicht nur "Sense8", sondern auch zumindest einen "American God" zu bieten. Brad Pitt ist die "War Machine" und sein Afghanistan-Film sicher einer der Höhepunkte im Programm. In "Handsome: Ein Netflix Krimi" klärt Jeff Garlin als LAPD-Detektiv Morde, aber Vorsicht: Das ist kein "Bosch". Netflix ordnet das Werk dem Genre "alberne Komödie" zu. Genauso wie sicher den Briten-Spass "Mindhorn", dessen Rechte Netflix sich als "Original" außerhalb der Insel gesichert hat.

Auch "Blame!" ist im Heimatland ein "normaler" Kinofilm und außerhalb ist er "Netflix Original". Da "Blame!" ein Anime ist, ist das Heimatland natürlich Japan. Mit "The Mars Generation" erwartet uns im Mai auch eine sehr interessante "Netflix Original"-Dokumentation.

Ein paar gute Filme wurden auch einfach eingekauft. Etwa die "Gangster Squad" oder Marvel's "Ant Man". Oder "Blow", "The Women" und noch ein paar mehr. Gemeinsames Kennzeichen: Nicht mehr ganz frisch.

Aber Netflix, das heißt eben "Serie". Am besten eigene Serie. Also "Sense8". Der "Master of None" kehrt als Staffel zwei zurück und ist in Italien. Die "Unbreakable Kimmy Schmidt" ist wohl nicht in Italien- aber mit Staffel drei wieder auf Netflix. Für "Bloodline" ist die neue Staffel drei auch das Ende. "The Last Kingdom" von der BBC hat eine zweite Staffel- bei uns wie das "Mindhorn" als "Netflix Original". Wie auch "Anne with an E"- die startet neu mit Staffel eins und kommt eigentlich von CBC Television aus Kanada.

Sonst noch etwas Bemerkenswertes? Na ja, Netflix hat ab sofort die "Mad Men". Die "Blutsbande" auch- wie Amazon. Und mehr "iZombies".

Nicht zu vergessen: Seit April gibt es doch wöchentlich neue Folgen von "Riverdale", dem "Designated Survivor" und vor allem die dritte Staffel "Better Call Saul". Amerikas umtriebigster Anwalt hat jetzt auch einen frischen deutschen Trailer, siehe unten.

Und sonst? Vielleicht noch Maxdome. Die haben sich mit "This Is Us" von NBC über den ProSiebenSat1-Konzern einen der wenigen Serien-Erfolge des letzten Jahres aus den USA gesichert. Interessant: Keine Götter, keine Dämonen, keine Superhelden, keine Mystery. Ganz normales Leben, als Serie erzählt. Und dennoch erfolgreich. Also doch schon wieder mysteriös- wie dieser Frühling. Gehen wir doch einfach etwas öfter mal raus.

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