LeEco, Wanda & Co.: Enden Chinas neue Film-Drachen als Bettvorleger?



Ach, dieses Asien. Ewig geheimnisvoll und unergründlich. Wer kennt noch "Daewoo und Du" ? Das ist jetzt gut zwanzig Jahre her. "Daewoo" war eine koreanische Automarke, die die VW's und Opels von unseren Straßen räumen wollte und eine Zeit lang konnte niemand bei uns ihrem Ruf entgehen. Etwa zehn Jahr später wurde Daewoo-Gründer Kim Woo-choong nach jahrelanger Flucht wegen Bilanzfälschung verurteilt und später begnadigt. Zu dieser Zeit wiederum zerschellten in Deutschland die Landungsversuche der chinesischen Autohersteller Brilliance und Landwind mit negativen Rekordwerten im ADAC-Crashtest.

LeEco will auch Autos verkaufen, elektrische, zuerst in den USA und so den Pionier aller E-Autos, Tesla, besiegen. Dazu dann mal eben mit der anderen Hand noch den US-Fernsehmarkt mit Geräten und Inhalten erobern. Ein knappes Jahr nach den ersten großen Ankündigungen hört man jetzt von Entlassungen und Notverkauf von Grundstücken im Silicon Valley. Firmenchef Jia schrieb im November in einem Brief an seine Beschäftigten von einer "schweren Erkrankung" des Unternehmens. Mal sehen, ob er das passende Antibiotikum findet.

Auch der neue Film-Riese Wanda muss plötzlich kämpfen. Nachdem man trotz Matt Damon erst kürzlich an den Kinokassen vor "The Great Wall" geknallt ist, ist Wandas teure US-Neuerwerbung Legendary jetzt mit "Kong: Skull Island" in den Kinos der Welt und es sieht etwas besser aus. Der aktuelle Blockbuster aus dem Monster-Franchise erhält viel Lob für Story und Umsetzung, wird wohl sein Geld wieder einspielen und vielleicht sogar Gewinn abwerfen. Ob es allerdings so viel Geld ist, dass es zum als Nächstes geplanten Gipfeltreffen "King Kong vs. Godzilla" kommt, bleibt noch abzuwarten.

Denn auch bei Wanda scheinen die Drachen plötzlich klamm zu sein. Der bereits unterschriebene Kauf der nächsten Hollywood-Firma, dem "Golden Globe"-Produzenten Dick Clark Productions, ist wieder abgesagt. Wanda hat die vereinbarte Dollar-Milliarde wohl gerade nicht zur Hand.

Gerüchte besagen, dass es bei Wanda weniger ein Geld- als ein Währungs-Problem ist. Statt, wie deutsche Qualitätsmedien es vermelden, die Welt als "gelbe Gefahr" zu erobern, scheinen der KP Chinas die Auslands-Aktivitäten ihrer Großkapitalisten derzeit in Wahrheit eher etwas unheimlich zu sein. So sind die Kapitalkontrollen für den Weg der Renminbi als Dollars nach Hollywood anscheinend erheblich verschärft worden.

Das China-Thema bleibt trotzdem spannend. Denn im Land der Mitte selbst fließt weiterhin immer mehr Geld in immer aufwendigere Film- und Serien-Produktionen. Zehn Jahre nach dem "Landwind", der nur ein Lüftchen war, ist es ganz normal, dass Volvo nun für China Autos baut. Und LeEco hat vielleicht ganz einfach nicht bedacht, dass eine gute Idee allein nicht ausreicht. Vor allem dann, wenn sie nur knapp und zu optimistisch kalkuliert ist und auch andere sie haben. Im Wettbewerb mit Godzilla Amazon braucht man die Kraftreserven eines King Kong.

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