Der Fall PietSmiet TV: "Dann werden wir einfach abschalten"

Screenshot: twitch.tv/pietsmiettv

"PietSmiet TV" wird wohl nicht vor Gericht gegen die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten und deren Einstufung ihres "Let's Play-Kanals" als "Rundfunk" (!) kämpfen. Das hätte wohl auch wenig Zweck- die Rechtslage ist die Rechtslage und die geltenden Paragrafen sind, wie sie sind. Dabei ist es völlig egal, wie zeitgemäß sie sind- sie müssen nur geltendes Recht sein.

Aber es geht nicht nur um "PietSmiet TV". Auch nicht nur um den "Rundfunkstaatsvertrag". Den könnte man ja vielleicht großzügig interpretieren, bis die Politik sich irgendwann auf praktikable Regeln für das seit siebzehn Jahren laufende Jahrhundert verständigt hat. Statt dessen sieht es so aus, als beschädige eine ewiggestrige und völlig überflüssige Medienbürokratie außer Rand und Band die Medienwirtschaft unseres Landes, will Einfluss auf das Internet gewinnen und Pfründe retten. Ist das vielleicht etwa der wahre Hintergrund des beschämenden Treibens?

Denn was passiert, wenn "PietSmiet TV" einfach aufhört? Ist "Let's Play" auf Twitch dann etwa weg? Nein. Denn die Plattformen des neuen Streaming-TV sind global. Schon in der Diskussion des Falles ist im sonst rundum empörten Netz landauf, landab nur ein einziger Kritikpunkt in Richtung der Macher des "Let's Play"- Angebotes zu hören: Das Unverständnis, warum sie ihr Angebot für Deutschland noch von einer deutschen Adresse aus betreiben.

Es wird nicht merklich weniger "Let's Play" für uns auf Twitch geben, wenn "PietSmiet TV" weg ist. Die Plattform twitch.tv ist auch danach weiterhin ein globaler Geldverteiler, den Werbekunden ständig nachfüllen. Andere werden sich über den Zuschauer- und damit Werbegelder-Anteil der Kölner freuen. Überall auf der Welt. Das ist alles.

Für "PietSmiet TV" wäre das Aufhören (neben einer Sitzverlegung ins Ausland) dagegen die wohl einzig wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung. Es geht ja nicht nur um die "Lizenz" als "Rundfunk" zu "senden" und deren sinnlose Kosten. Wer die Lizenz bekommt, bekommt damit in Deutschland ja nicht nur das Recht zu "senden"- sondern auch zahlreiche neue Pflichten dazu, da er ja jetzt "Rundfunk" ist. Was alles wiederum kostet. Geld. Nerven. Dazu sehr viel Arbeit und das alles ohne wirklich einen einzigen rational nachvollziehbaren Grund.

Um ihre längst überflüssig gewordene Position als "Rundfunk"-Wächter zu retten, versuchen die Medienanstalten ihren Wirkungsbereich auf das Internet auszudehnen und vernichten dabei doch nur sinnlos mögliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze für den deutschen Medienstandort. Das können wir uns nicht leisten.

Legt ihnen das Handwerk. Jetzt. Sofort.

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