Bundesliga-Spiele bei Amazon? Viel Aufregung ums "Partner-Programm"

Screenshot: Amazon US

Es gibt wohl nichts, was die deutsche TV-Landschaft mehr erregt, als die Spiele der Fußball-Bundesliga. Die möchte jeder haben, am besten sogar live- sie gelten als zuverlässiger Lieferant für große Zuschauerzahlen und damit Einschaltquoten. Also genau das, was den meisten Fernsehsendern so schmerzhaft fehlt.

Schlagzeilen wie "Gibt‘s auf Amazon bald die Bundesliga zu sehen?" gelten dagegen als zuverlässiger Lieferant für genau das, was der schreibenden Presse oft so schmerzhaft fehlt- Aufmerksamkeit und damit Leser. Und jetzt gibt es sie landauf und landab zu lesen, denn das Werbefuzzi-Fachblatt "W&V" will herausgefunden haben, dass Amazons "Streaming Partner Programm" bald auch zu uns nach Deutschland kommen soll. "Hinter den Kulissen" liefen eine "ganze Reihe von Gesprächen" mit möglichen "Content-Anbietern".

"Es wird lustig, versprochen- und zwar bald. Amazon hat es immer eilig, und Deutschland ist bei Amazon 'Prime'. Ganz schnell könnte im Fernsehen nichts mehr so sein, wie es war." So war es hier vor etwas mehr als einem Jahr zu lesen, als Amazon mit seinem "Streaming Partner Programm" in den USA an den Start ging. Von den "Game of Thrones"-Machern von HBO bis zu Showtime oder Starz sind in den USA mittlerweile jede Menge Kanäle dabei. Amazon beginnt gerade damit, die unglaubliche Zahl an "Sendern" auch durch eigene "Channels" für spezielle Interessen noch weiter auszubauen.

Die TV-Landschaft ist in den USA eine andere als bei uns- Pay TV ist die Regel, nicht die Ausnahme. Bei uns dagegen bedeutet Pay-TV nach wie vor eigentlich Bundesliga. Zwar gibt es immer mehr Sender, die gern ein paar Groschen berechnen würden. Aber ohne Bundesliga läuft da so gut wie nichts. Mit wem sollte Amazon bei uns den Start seines "Streaming Partner Programms" eigentlich besprechen? Schließlich ist es schwer vorstellbar, dass ARD und ZDF zukünftig per "Prime Video" senden und Amazon dann den Rundfunkbeitrag kassiert.

Amazons "Streaming Partner Programm" ist, wie bei "W&V" richtig zu lesen, ein "Angriff auf alle Distributionsnetzwerke". Also auf alle, die Fernsehen bisher an die "Endkunden" verteilen. Egal, ob Satellitenbetreiber, KabelTV-Konzerne, Telekoms Entertain oder das neue DVB-T2 HD. Amazon will sie durch die Auslieferung der Programme durch seine AWS-Cloud ersetzen- mit allen Möglichkeiten, die das dann bietet. Es gibt sehr viele geheime Schätze dort zu finden.

"The Lost City of Z" kommt demnächst aus den Amazon-Studios. Ja, manche könnten "Z" verlieren. Und Amazon könnte die verlorene Stadt finden.

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