Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im April

Fargo kommt zurück- zuerst zu Netflix. Foto: Netflix

Der April wird für uns Streamer kein Monat der Filme. Also zumindest im Abonnement. Spielfilm-Fans sollten deshalb zu Ostern RTL gucken oder ein paar Euro für Kauf oder Ausleihe ansparen. Die "Phantastischen Tierwesen" könnte man dann schauen, wenn man weiß, wo sie zu finden sind. Oder gegen Ende des Monats Lord Helmchen Darth Vader in "Rogue One: A Star Wars Story".

Bei Netflix kann man zum Beispiel dagegen sehen, wie Luc Besson als Regisseur und Robert de Niro als Hauptdarsteller gemeinsam scheitern. "Malavita - The Family" heißt das Werk. Oder wie Disney einst mit "John Carter: Zwischen zwei Welten" mit ganz viel Geld einen ganz schlechten Film machte und möglicherweise bis zu 200 Millionen Dollar im Mars-Sand versenkte.

Aber es gibt auch "Fargo". Ja, der Film, der die Coen-Brüder einst auf die "Oscar"-Bühne brachte, bevor sie dann mit "The Big Lebowski" und dem "Dude" endgültig zum Kult wurden. Und damit sind wir auch schon bei den Serien- denn "Fargo" wurde danach zur Serie, auf die alle scharf sind. Netflix hat in Deutschland den ersten Zugriff und im April gibt es die Staffel drei.

Als "Netflix Original" läuft bei uns seit November vorigen Jahres auch der "Designated Survivor" und für April wird mehr davon versprochen. Er ist eigentlich von ABC. Das ist nicht AMC- von denen "Better Call Saul" in dritter Staffel zu Netflix kommt. Mit dem legendären Fastfood-Restaurant Las Pollos Hermanos und seinem Begründer Gus Fringe geht es ein weiteres Stück zurück in Richtung "Breaking Bad"- der Drogenbaron Gus Fringe, wir wissen es alle, wird nicht ewig leben und irgendwann höchst eindrucksvoll von Walter White persönlich zur Strecke gebracht. Super-Anwalt Saul Goodman gibt es aber wie auch den "Survivor" und schon seit längerem "Riverdale" nicht kompakt zum Bingewatching, sondern nur häppchenweise.

Netflix hat im April natürlich auch "originale Originale", also was Eigenes, zum Beispiel "Chelsea". Die Talk-Show geht ab 14. April in "Staffel 2"- warum auch immer. Bei "The Get Down" ist die zweite Staffel der ersten Staffel fertig. Mit "Girlboss" gibt es auch etwas Neues- Britt Robertson spielt die Hauptrolle in der auf dem gleichnamigen Buch von Sophia Amoruso beruhenden Serie- ein "Girl", welches beginnend mit einem eBay-Shop ein Fashion-Unternehmen aufbaut.

Die Sitcom "Chewing Gum" geht in Staffel zwei weiter. "Dear White People" ist eine Serie zum Thema Rassismus, die schon vor dem Start in den USA heftig umstritten ist. Die Aufregung ist ziemlich übertrieben- dass die belanglose Geschichte aus der "Political Correctness"-Ecke den "Genozid an der weißen Rasse" bewerben würde, ist sicher ziemlicher Quatsch. Für Netflix hat das Werk aber deshalb bisher gut 400.000 "Daumen runter" für den Trailer auf YouTube und zahlreiche angedrohte Abo-Kündigungen eingebracht.

Bald gibt es wieder Netflix-Quartalszahlen und dann werden wir sehen. Ich denke mal: Nichts. Aufgeregte Aktivisten, die ihre Stürme in Wassergläsern ausfechten, so what. Egal, welche "Seite". Sollen sie doch Staffel eins von "Las chicas del cable" gucken- da ist die Welt noch in Ordnung.

Dazu versucht Netflix, sein Film-Defizit mit eigenen Filmen zu füllen. "Sand Castle" ist ein Drama aus dem Irak-Krieg. "Win it all" ist eine Komödie- erste Kritiker fanden sie toll. Adam Sandler ist "Sandy Wexler" und ich wette mal: Die Kritiker werden es nicht toll finden. "Tramps" ist eine Liebes-Komödie und in "Rodney King" geht es um Rodney King und damit inhaltlich schon wieder was in schwarz-weiß. Und in "Small Crimes" kommt ein Ex-Polizist nach sechs Jahren aus dem Knast und es sind noch Rechnungen offen.

Amazon hat gerade einmal vier neue Serien. Eigentlich sogar nur drei- denn "Taboo" startet heute und wurde uns auch für den März schon einmal angepriesen.

Aber auch die restlichen drei haben es in sich. Detective Harry Bosch geht im April in die dritte Staffel, auch die vierte ist schon bestellt. Pünktlich zu Ostern wird uns die sechste und letzte Staffel "Downton Abbey" ins Nest gelegt. Man mag von den Crawleys halten was man will- aber was die Produktion und die Darsteller da abliefern, ist einfach nur eines: Großartig. Wie "Homeland"- für nicht wenige ist es die beste aktuell laufende Serie der Welt. Staffel fünf, die "Berlin-Staffel", wird nun endlich bei Amazon "Prime".

Zumindest ein echtes Bonbon bietet Amazon Prime auch für die Filmfreunde- aber man muss es mögen. Eine Sammlung von elf "Godzilla"-Filmen von 1954 bis 2004, inklusive des Originalfilms, geht für die Abonnenten online. "Bastille Day" mit "Luther" Idris Elba ist richtig tolles Action-Kino. Bei "Die Unfassbaren 2 - Now You See Me" ist für mich nur trotz des Erfolgs von Teil eins unfassbar, dass Lionsgate das hochkarätige Ensemble noch einmal zu diesem Quatsch überreden konnte.

In "Whiskey Tango Foxtrot" wollte Tina Fey wohl zeigen, dass sie auch ernsthaft sein kann. Hat nicht funktioniert. "Sing Street" bietet uns die Geschichte eines musikverrückten Teenagers und einen Soundtrack mit The Cure, Duran Duran, The Police- sowie Genesis. Ist vielleicht etwas für diese drei Herren. Und "Warrior" ist was für die Fans von Kampfsport- und des "Taboo"-Helden Tom Hardy. "Der Mandant" wiederum ist nach der gleichnamigen Romanvorlage von Michael Connelly. Also wie "Bosch"....

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