Tanzt "Das Boot"! U96 geht nächstes Jahr in Serie- bei "Sky"

Andreas Brochaska Foto: obs / Sky Deutschland / ©Petro Domenigg

Wolfgang Petersen brachte "Das Boot" einst nach Hollywood. Seine Verfilmung des gleichnamigen Romans von Lothar-Günther Buchheim war so, dass zu einem großen und spannenden Thema eigentlich alles gesagt war. Das geht nicht mehr besser. U96 kann damit für alle Zeit friedlich auf dem Grunde des Meeres ruhen.

Von wegen. Wir leben im Zeitalter der Film- und Serien-Universen und wirklich gute Ideen und Stoffe sind rar. Wolfgang Petersen hatte die düstere, Nerven zerreißende und klaustrophobische Welt deutscher U-Boot-Fahrer im zweiten Weltkrieg einfach zu gut auf die Leinwand gebracht. Da sind noch Zuschauer zu holen. Schon das Original gab es als Kino-Film, als "Director's Cut" und als TV-Serie. Da geht noch mehr.

Die Bavaria Fernsehproduktion, Sky Deutschland und Sonar Entertainment entwickeln nun "Das Boot" zur "internationalen Eventserie". Die Produktion ist mit immerhin 25 Millionen Euro budgetiert- dann muss es in Deutschland "international" und ein "Ereignis" werden. Der Wettbewerb mit Netflix ist da leider etwas verzerrt. Ideen statt viel Geld ist die bei uns wohl einzig mögliche Strategie.

Deshalb baut die geplante achtteilige Serie "Das Boot" zwar auf dem Bestseller von Lothar-Günther Buchheim und dem weltweiten Blockbuster von 1981 auf. "Das Boot - Die Serie" beginnt im Herbst 1942, als der U-Boot-Krieg an Brutalität immer mehr zunimmt. Während eine blutjunge Besatzung ihre gefährliche Feindfahrt antritt, formiert sich im U-Boot Hafen von La Rochelle die aufkommende Resistance. Erweitert wird die Handlung aber um die Kriegsführung der Alliierten zu Land und zu See. Und damit um wahrscheinlich nicht ganz so teure Sets wie das Schlachtgetümmel unter Wasser und auf hoher See.

Dafür wurde mit Andreas Prochaska ("Das Finstere Tal", "Das Wunder von Kärnten") nun auch ein Regisseur gefunden. "'Das Boot' ist ein Meilenstein in der Geschichte der Antikriegsfilme, es steht für Authentizität, Spannung, Drama, Emotion und Action", so Prochaska. "Die Serie geht einen Schritt weiter, kombiniert die klaustrophobische Atmosphäre des Bootes mit einem Handlungsstrang im Dunstkreis der Resistance, schafft damit auch starke Frauenfiguren und gibt mir als Regisseur die Möglichkeit, dieses Erbe in die zeitgemäße Form seriellen Erzählens zu übertragen."

Na dann- tanzt "Das Boot". Der Produktionsstart ist für Mitte 2017, die internationale Erstausstrahlung für 2018 geplant. Wer eine schlüssige Drehbuch-Idee für "Titanic 2" mit Leonardo DiCaprio hat, soll sich bitte in Hollywood melden.

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