Live-Streaming mit YouTube wird mobil- aber da fehlt noch was

Screenshot: YouTube Blog

Es lebe der Wettbewerb! Er ist eine tolle Erfindung, nicht nur für die Fans von Serien und Filmen, sondern auch für die Nutzer von Video-Plattformen. Natürlich will YouTube uns allen die Welt nur noch bunter, spannender und vor allem auch einfacher machen. Aber wenn wir demnächst ganz einfach aus der YouTube-App auf unserem Smartphone mit nur einem Klick live streamen können, dann hat das natürlich auch irgendwie mit einer anderen großen Plattform und dem Wettbewerb zu tun.

Vorerst dürfen, so informiert uns YouTube, Kanäle mit mehr als 10.000 Abonnenten das neue Feature nutzen. Aber, so wird zumindest versprochen, alle anderen sind auch "bald" mit dabei. Und damit die YouTuber alle noch reicher werden, können die Fans an ihre Idole demnächst auch, ähnlich wie beim Wettbewerber Twitch, bezahlte Kommentare schicken. Bei YouTube heißt das dann "Super Chat". Praktisch ist es digitale Form des Hutes der reisenden Marktplatz-Künstler und damit die einzig logische Antwort auf die Entwicklung der Werbepreise.

Aber etwas fehlt YouTube im Wettbewerb noch. Vor allem im Wettbewerb mit dem großen "f" ist für die Live-Revolution noch zu wenig "Social" im Google-Mediaplan. Und das ist allein die selbst verschuldete Folge des planlosen Managements auf diesem Gebiet.

Bei Facebook ist die Zahl der ständigen "XYZ ist live"-Meldungen ja mittlerweile so groß und zahlreich, dass man als User schon wieder nach Filtern und Ab-Schaltern sucht. Aber wie bekomme ich als Live-Streamer eine ordentliche Zuschauerzahl zusammen? Die da draußen müssen wissen, dass ich gerade mit tollen Neuigkeiten "live" bin. Und vergesst das mit "Plan", "Programm" oder "Ankündigung". So wichtig, dass die sich den Termin merken, so wichtig bin ich nicht. Genau wie eigentlich (fast) alle im Internet. Die User erwarten nicht nur "Live Video", sondern auch "Live Information" wo gerade was stattfindet. Nur dann kommen sie.

Ich bin gespannt darauf, wie YouTube das "jetzt live"-Informationsproblem löst. Vielleicht über die Google Suche? Oder sie kommen noch mit einer tollen und unbekannten Idee. Aber nach krassen Pleiten wie "Google+" oder "Helpouts" habe ich in die Kompetenz in Mountain View beim Thema "Social" wenig Vertrauen. Es wird spannend sein, zu sehen, ob der Wettbewerb gegen Facebook schon längst verloren ist- oder ob noch etwas geht.

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