Der "Olympic Channel" lernt Deutsch


Der im Vorjahr gestartete "Olympic Channel" des IOC kümmert sich jetzt schrittweise auch um andere Sprachen als die internationale Verkehrssprache Englisch. So gibt es den Kanal nun zusätzlich erst einmal in Chinesisch, Portugiesisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und auch in Deutsch. Für die kommenden Monate sind Versionen in weiteren Sprachen geplant, unter anderem in Arabisch, Koreanisch, Japanisch und Russisch.

Übersetzt sind allerdings nur die geschriebenen Texte im Netz. Echte Synchronisation von Filmbeiträgen ist aufwendig, schwierig und teuer. Inwieweit diese tatsächlich geplant ist und zukünftig auch erfolgt, das bleibt abzuwarten. Bis dahin bleiben uns Fremdsprachen-Verweigerern ja die Untertitel.

"Das ist ein großartiger Weg, um mehr Menschen auf der ganzen Welt zu erreichen und große olympische Geschichten so zu erzählen, dass sie direkter mit ihnen verbunden werden", so IOC-Präsident Thomas Bach. "Der Start der Olympic Channel-Plattform in mehreren Sprachen sorgt dafür, dass mehr Fans auf der ganzen Welt in der Lage sein werden, Geschichten zu entdecken und zu erfahren, die dabei helfen, mit ihren Lieblingssportlern und Athleten in ihrer eigenen Sprache in Verbindung zu bleiben."

"Sprach- und Lokalisierungsfunktionen haben für uns im Jahr 2017 eine hohe Priorität", so Olympic Channel-Geschäftsführer Mark Parkman. "Die Verfügbarkeit von sechs weiteren Sprachen auf der globalen digitalen Plattform ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung des Olympischen Kanals, denn wir suchen nach Wegen, um persönliche Nutzererlebnisse für olympische Fans auf der ganzen Welt zu schaffen."

Es ist das gleiche komplizierte Problem, welches zum Beispiel auch Anbieter wie Netflix und Amazon bei ihrem Projekt für ein "Weltfernsehen" lösen müssen. Und bei allen Problemen doch auch zeigen, was bereits möglich ist. Eines Tages wird die künstliche Intelligenz in der Cloud das Problem lösen. Aber zumindest bis zu einer zufriedenstellenden Lösung ist es noch ein weiter Weg.

Wie Netflix oder Amazon verfügt allerdings auch das IOC über genügend Ressourcen, um sich mit seinem "Olympic Channel" auch schon vorher auf den Weg der Synchronisation zu begeben. Und gibt uns damit einen wichtigen Zukunfts-Hinweis: Es geht längst nicht mehr nur um "Übertragungsrechte" für "Fernsehen". Im Zeitalter des Streaming wird die Übertragung von Großereignissen nie wieder so sein, wie sie es mal war.

Kommentare

Aktuell meist gelesen: