Apple Music bekommt "Carpool Karaoke" und Reality-TV

Apple Music Foto: Apple

Er ist der Mann, der immer nein sagen muss. Eddy Cue ist "Head of Content" bei Apple und er hat es wieder getan. Die Silicon Valley-Nachrichteninstitution "recode.net" hat eine "Code Media".Konferenz und da war er gestern zu Gast. Auf die Frage, ob Apple nun doch Netflix, Time Warner oder irgend eine ähnliche große Medienfirma kaufen sollte, antwortete er so, wie ein Eddy Cue eben oft antwortet: "Nein."

Nun ja. Time Warner hat ja mittlerweile seinen Käufer gefunden und Netflix eilt von Erfolg zu Erfolg und wird dementsprechend immer teurer. Zu der vor einem Jahr angeblich geplanten Apple-Serie mit "Dr. Dre" sagte Eddy Cue allerdings nicht "nein". Sondern gar nichts.

Apple und seine Pläne in Sachen "New TV"- sie bleiben wohl weiter ein Mysterium. Dabei erkennen sogar die eingefleischten Fanboys der Marke mit dem angebissenen Apfel Handlungsbedarf. Ja, Apple Music und der App-Store haben auch im vergangenen Jahr den Geldspeicher in Cupertino mit mehr Geld gefüllt als jemals zuvor. Aber wohl nur, weil der Iphone-Verkauf über das Jahr hinweg ganz gut lief. Kann sein, dass es früher Leute gab, die sich ein Iphone zum Telefonieren gekauft haben. Mittlerweile ist das Smartphone aber der Dienstleister für alles und ersetzt das Radio. Also ist jedes verkaufte Iphone auch ein potentieller Umsatzbringer für "Music" und Apps.

Apple Music steht auf diesem Markt in einem immer härteren Konkurrenzkampf gegen unzählige Wettbewerber, darunter Schwergewichte wie Platzhirsch Spotify oder der hungrige Angreifer Amazon. Und viele Wettbewerber haben immer mehr und immer attraktiveren Video-Content.

Was hatte Eddy Cue nun außer einem "nein" noch zu bieten? Nun ja, es gab etwas Neues. Und sogar nicht nur "one more thing", sondern zwei. "Neu" allerdings nur für und bei Apple. Aber nicht für die Welt.

"Carpool Karaoke" mit James Corden war sicher die YouTube-Sensation des Jahres 2016. Daraus macht Apple für "Apple Music" nun eine Serie. Das ist erst einmal für die Zielgruppe sicherlich sehr passend. Ob aber ein größerer Produktionsaufwand den Nachteil ausgleichen kann, dass James Corden dort nicht mehr die Hauptrolle spielt? Glaube ich nicht.

Als zweites wird Apple seinen Nutzern demnächst "Planet of the Apps" bieten. Nein, das sind keine digitalen Affen mit Schreibfehler, die die Welt übernehmen. Bei Vox heißt das "Höhle der Löwen" und als Donald Trump einst in "The Apprentice" (You're Fired!) spielte, statt in "The White House", war das Prinzip der Reality-Show wohl auch schon nicht mehr ganz neu. Na ja. Es geht um App-Entwickler und wohl weil es Apple ist, sitzen auch Gwyneth Paltrow und Jessica Alba in der Jury.

Wir sind nicht unterwegs, um eine Reihe von Shows zu kaufen ", so Eddy Cue. "Wir suchen Dinge, die kreativ sind, die Kultur verändern, die Apple einen zusätzlichen Wert hinzufügen. Wir werden sehen." Traditionellen TV-Inhalten erteilte er eine Absage. "Ich sage nicht, dass wir es nie tun werden", so Cue. "Ich glaube aber nicht, dass es die Richtung ist, in die wir gehen sollten. Ich denke nicht, dass es das ist, was unsere Kunden vermissen."

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