"Viva Top 100": Facebook zuerst und die GEMA-Frage

Screenshot: Facebook / Viva

Ach ja. Da kommen Erinnerungen hoch an eine längst vergangene schöne Zeit. "Viva" im Fernsehen- das waren die "aktuellen Hits" in Videoform als Endlos-Schleife und das "Jamba-Klingelton-Abo". Geht es Euch auch so? Man ist älter und erwachsener geworden. Ehrlich gesagt: Ich musste erst einmal nachschauen, ob es den "Sender" noch gibt.

Ja, gibt es. Nicht rund um die Uhr, sondern als "Fenster". Denn ein TV-Sender ist teuer und Viva hat ja noch die Homepage im Netz. Und jetzt auch eine interessante Nachricht: Die "Viva Top 100" gibt es immer noch. Die liefen bisher wegen des "Fenster"-Sendebetriebs zuerst auf der Homepage und dann im "richtigen" Fernsehen. Das wird im neuen Jahr anders. Die "Viva Top 100" feiern ihre Premiere ab sofort Freitags um 17 Uhr bei Facebook. Und erst danach gibt es sie für Homepage und Sender. Viva wird also ultimativ "Social Medial".

Zwar behaupten schon wieder einige, die ganz "junge Zielgruppe" sei aktuell bei Facebook weg und längst wieder ganz woanders. So ganz glaube ich das nicht. Meine privaten Beobachtungen der Zielgruppe sagen mir: Die sind noch da, nur versteckter. Sie haben den Umgang mit dem Digitalzeug von der Wiege ab gelernt. Klar gibt es für sie jetzt WhatsApp, Snapchat, Whatsimmer. Nach wie vor aber auch Facebook. Nur, weil die jetzt da auch herum tapsen, etwas besser vor den "Alten" versteckt.

Also könnte das mit den "Viva Top 100" durchaus funktionieren. Die Alten in den Sendern werden zwar über die Idee "zuerst senden bei Facebook" den Kopf schütteln. Die Großen denken bei Internet zuerst "Mediathek". Dann vielleicht noch an Homepage. Selbst "funk", das angeblich so freie "junge Angebot" muss sich wohl ständig wegen zuviel YouTube und Facebook rechtfertigen. Die Frage, die erst wenige sehen, steigt aber langsam wie die Sonne am Zukunfts-Horizont auf: Sender, Mediatheken, Webseiten- kann das vielleicht irgendwann sogar alles weg?

Facebook wird die Viva-Idee gefallen- sie passt zur Video-Strategie des Social Media-Giganten und es kommt Musik auf die Plattform. Aber wer kann mir das eigentlich verständlich erklären: Wieso musste YouTube sich mit der GEMA einigen und Facebook nicht? Klar, für die "Top 100" bezahlt Viva die GEMA. Auch für Facebook? Denn je länger man darüber nachdenkt, um so verwirrender wird es. Aber eine nachvollziehbare Logik sehe ich da, wie bei so vielem im Medien-Bereich, nicht.

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