Nur bei Tele 5: Friedrich Liechtenstein ist der Alexis Sorbas unserer Zeit

Foto: obs / Tele 5

"Allerdings könnte es passieren, dass dieser Film... dich irgendwann anschaut. Bekomme dann bitte keinen Schreck- genieße es."

Das hätten wir doch sehr gern selbst mit erlebt. Ja, anders ist besser, Tele 5. Ihr habt den "SchleFaZ" und ihr seid das bessere RTL. Nur in eurem Programm gibt es "Ville de Bock zeigt: Boccia Boccia!" von und mit Friedrich Liechtenstein. Trotzdem habt ihr dieses Meisterwerk nahezu unbemerkt im Oktober nach 22 Uhr "versendet". Und nun droht ein Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung für "Innovation".

Jetzt lobt ihr euch selbst dafür, als "meist grimmepreisnominierter Privatsender" der Welt. Seit 2012, immerhin. Und auch zu Recht, ja. Aber Privatsender werden in der Regel ohnehin so gut wie nie für Grimme-Preise nominiert.

Für Tele 5 aber ist es nun schon die siebente (!) Nominierung. Am 8. März, dem Tag der Jury-Entscheidung, ändert der Sender deshalb sein Nachtprogramm und zeigt alle seine Grimme-Preisnominierten Formate. Durch die Nacht führt, na wer wohl: Friedrich Liechtenstein.

"Weil wir eben auf Quote auch mal scheißen...", so freut sich Tele 5-Chef Kai Blasberg über die Nominierung der Grimme-Preis-Jury. Mit "Ville de Bock zeigt: Boccia Boccia!" sei nun erneut eine Produktion des Münchner "Anti-Mainstream-Senders" für "Deutschlands begehrtesten Medien-Award" nominiert. "Diese Nominierung widmen wir dem Chelsea Farmers Club, ohne dessen Seelen all das unmöglich wäre", sind sich Liechtenstein und Blasberg einig. Friedrich Liechtenstein weiter: "Tele 5 sind meine Freunde. Anders ist wirklich sehr oft besser."

Es gibt Slow Food, Slow Watches und Slow TV. "Slow" ist einer der wahren Trends unserer Zeit. "Slow Watches" haben nur einen Zeiger, manch einer hat einen am Zeiger und das Fernsehen kann nicht nur "Slow TV", sondern auch "Slow Motion" und das alles zusammen ist wohl auch schon das Grundkonzept von "Ville de Bock zeigt: Boccia Boccia!".

Oder wie es die Werber formulieren würden: "Friedrich Liechtensteins Boccia Boccia ist die Entschleunigung des Fernsehens. Mit der Nominierung würdigt die Grimme-Preis-Jury ein außergewöhnliches Projekt. Als Zuschauer merkt man sofort: Hier läuft etwas grundlegend anders als sonst. Langsamer. Viel langsamer. 72 Minuten komplett in Zeitlupe. Eine Bocciabahn, glänzende Kugeln schweben durch die Luft und feine Menschen trinken, tanzen, reden und flirten dazu. Autor und Regisseur Friedrich Liechtenstein spricht aus dem Off. Die anspruchsvolle ambient music von Richard Dorfmeister schmiegt sich an die obskuren Slowmotion-Bilder von Jarek Raczek. Ganz bewusst negiert der Film alle Regeln der Dramaturgie - und ist genau darum ein Show-Stopper für alle eiligen Zapper und deren Sehgewohnheiten."

Yeahh. Tanz den Boccia. Sirtaki ist out. Friedrich Liechtenstein ist der Alexis Sorbas unserer Zeit.

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