Netflix und Donald Trump: Denkt ihn einfach als Serie- und schon ist er toll

Van Jones in "The 13th"

Er ist ein streitbarer Mann. Van Jones war Bürgerrechtsaktivist und sogar Präsidentenberater für Barack Obama, bis ihn die Republikaner zum Rücktritt zwangen. Jetzt ist er unter anderem "politischer Kommentator" bei CNN. Einer von denen, die dem neuen US-Präsidenten Donald Trump in gegenseitiger abgrundtiefer Abneigung gegenüberstehen. "You are Fake News!" - ihr wisst schon.

Auf Netflix erklärt Van Jones gerade in der mit allerlei Preisen gewürdigten Dokumentation "The 13th" von Ava DuVernay das US-Justizsystem und sein Rassismus-Problem. Den Wahlsieg von Trump kommentierte er für CNN als "weißer Peitschenhieb gegen ein sich veränderndes Land". Kann gut sein, dass er Recht hat. Aber was auch immer seine nächste Karriere-Station sein mag: Ein Job als Brückenbauer ist es wohl sicherlich nicht.

Man kommt ja derzeit nirgends und an keinen Tag mehr an diesem Trump-Thema vorbei. Auch nicht bei Netflix, dessen Herr der Inhalte Ted Sarandos dieser Tage Van Jones und andere, vor allem Hollywood- Prominenz, privat zur Party  zu sich nach Hause eingeladen hatte. Fazit: Hollywood hat sich noch immer nicht vom Trump-Schock erholt. Van Jones prophezeite den Anwesenden "horrenden Machtmissbrauch" durch den neuen Präsidenten. Danach leerten sie alle wohl noch ihre Cocktail-Gläser, fuhren nach Haus, schalteten ihren Riesen-Fernseher an- und Trump war immer noch da.

Was bedeutet der neue Präsident eigentlich für Netflix? Na ja- Chelsea Handler zum Beispiel will zur Amtseinführung von Trump in Utah gegen ihn demonstrieren. Dann noch lauter Leute wie dieser "Van Jones". Eine große Freundschaft wird das wohl nicht mehr. Obwohl gerade Netflix in den letzten Jahren mehr wie viele andere für Trumps Anliegen "Make America Great Again" getan hat. Aber so lange Jones und Handler da laufen hilft wohl auch kein Berater, der Trump das erklärt.

Vielleicht hat "Ultimate Beastmaster" Sylvester Stallone ja für die Netflixe im Notfall die Handy-Nummer von Trump parat.

Denn Notfälle könnte es für Netflix in der kommenden Zeit häufiger geben. Mit Barack Obama geht der möglicherweise letzte mächtige Freund der Netzneutralität. Zwar ist Netflix längst nicht mehr so verwundbar wie noch vor zwei Jahren. Dennoch könnte hier jetzt Unheil von großen Kabelkonzernen drohen.

Auch bei neuen EU-Abgaben- und Regulierungs-Ideen oder chinesischen Sperren: Obama kannte den Stellenwert der US Film- und TV-Industrie und seine Administration hat vielleicht nicht immer erfolgreich, aber sicher stets unterstützend im Hintergrund agiert. Und nun? Weiter schimpfen auf Trump?

Zoe Saldana, immerhin eine der "Guardians of the Galaxy", ist da schon weiter. "Wir waren hochmütig, wurden arrogant und wir betrieben auch Mobbing", sagte die 38-jährige zum Thema Trump und Hollywood. "Wir haben versucht, einen Mann für alle möglichen Dinge verantwortlich zu machen, die er falsch gemacht hat ... und gebracht hat ihm das die Zuneigung vieler Menschen in Amerika, die an seine Versprechen glauben."

Eine "Guardian of the Galaxy" gibt eben nie auf und es geht immer weiter. Auch für Netflix. Statt zu jammern, denkt Donald Trump doch mal einfach als Serie. "House of Curls"- oder so. Wow! Was für ein Stoff!

Kommentare