Netflix schlägt Porno in den Hotels überall auf der Welt

Foto: Netflix

Kennt ihr Enseo? Nein, nicht Senseo. Enseo. Das ist "die bevorzugte Unterhaltungslösung für die weltweit größten Hoteliers". Sagt Enseo. Also kennt ihr die Firma vielleicht doch- nur nicht bewusst. Fernsehen im Hotel? Mache ich nicht- das sagen jedenfalls fast alle. Ein Hotel bedeutet doch meistens auch einen neuen und bisher unbekannten Ort. Geh raus, schau dich um und genieße es. Und bleib mir mit der Glotze fort.

Aber es gibt Dienstreisen, lausiges Wetter und Leute wie mich. Ich gucke neugierig immer gleich, was es in einem neuen Ort so im Fernsehen zu sehen gibt. Vor allem asiatisches TV-Programm finde ich großartig. Man muss die Sprache nicht können- fast alles erklärt sich von selbst.

Seit August letzten Jahres bietet Enseo mehr Netflix auf den Hotel-Fernsehern in aller Welt. Und hat jetzt nachgezählt, was Hotelgäste so nutzen. Variety hat uns das Ergebnis mitgeteilt. Und das ist interessant.

Nur einer von hundert Hotelgästen guckt sich "Adult Entertainment" an. Also Porno. Starke vierzig von hundert aber schalten Netflix ein. Hehe. Die Welt ist oft besser, als man so denkt. Für die Hotels bringt wohl beides zufriedene Gäste. Aber auch ein Problem. Der eine von hundert, der sich die flotten Luder reinzieht, sorgt für 90 Prozent der Hotel-Einnahmen mit dem TV-System. Der Netflix-User bringt in der Regel gar nichts- er loggt sich mit dem Enseo-System und seinem Heimat-Account ein.

Enseo CEO Vanessa Ogle sagte zu Variety sinngemäß, das sei doch toll. Obwohl die Diskussion mit den Hoteliers nicht immer einfach sei. Wer Sport oder Nachrichten im Hotelzimmer schaue, schaue durchschnittlich 14 Minuten zu. Die durchschnittliche Netflix-Sitzung dauere dagegen 90 Minuten. Das TV-System wird stärker genutzt. Was will man mehr.

Tja. Aus Sicht eines Hoteliers sieht die Sache natürlich anders aus. Früher war alles schöner und die Porno-Gucker waren wenigstens finanziell lukrativ. Jetzt muss er damit rechnen, dass der Gast wegen Binge Watching das teure Menü im Hotel-Restaurant verpasst. Und ihm statt dessen beim Netflix-Gucken mit Keksen das Bett voll krümelt.

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