"Medienanstalten" prüfen Handball WM-Übertragung der DKB

Foto: DKB / Sascha Klahn / DHB

Das werden sie nicht machen. Es erzeugt Aufmerksamkeit und schallendes Gelächter rund um die Welt. So dachte ich eigentlich, als ich auf das peinliche Problem hinwies. Doch, sie tun es. Die "Medienanstalten" machen Deutschland zum Gespött für den gesamten Globus. Hauptsache, der "Rundfunkstaatsvertrag" hält.

"Die Medienanstalten haben begonnen, den Fall zu prüfen", so die "Medienanstalt Berlin-Brandenburg" gegenüber der "Berliner Zeitung". Wer es immer noch nicht glaubt: Bei uns ist Internet unter bestimmten Bedingungen "Rundfunk". Und rundfunken ohne Genehmigung ist eine Ordnungswidrigkeit, die bis zu 500.000 Euro Bußgeld kosten kann.

Dabei wollte die DKB doch eigentlich nur eine Handball-WM für die Sportfans retten. Weil kein anderer will oder kann, einfach die Spiele auf ihrer Homepage zeigen. Im Livestream. Das ist heutzutage ja keine Hexerei mehr- Millionen streamen irgendwas live auf YouTube oder Facebook rund um die Welt.

Kein normaler Mensch käme auf die Idee, er könnte dafür eine "Genehmigung" brauchen. Livestream ist in der digitalen Welt so normal wie atmen, laufen oder den Rücken kratzen. Da kommt doch auch keiner auf die Idee, das könnte "Rundfunk" sein.

Aber die alberne "Checkliste der Medienanstalten für die Veranstalter von Web TV" ist tatsächlich immer noch online. Das hätte selbst ich kaum für möglich gehalten. Also schauen wir für die DKB einmal nach. Und die Aussichten sind schlecht.

Vielleicht könnte man sich darauf herausreden, dass die Handball-WM nicht "regelmäßig oder dauerhaft" stattfindet. Okay, Handball-WM ist regelmäßig. Aber auf eine zweite im deutschen Livestream hat die DKB vielleicht schon jetzt keine Lust mehr. Mal sehen. Wir sind gespannt.

Man wolle, so die DKB, den deutschen Handball-Fans einen möglichst attraktiven Livestream bereitstellen, ohne dabei jedoch das Rahmenprogramm klassischer TV-Berichterstattungen zu kopieren. Die Spiele der deutschen Handballnationalmannschaft werden von den erfahrenen Handball-Experten Markus Götz und Uwe Semrau live kommentiert. Sie werden auch das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele, und das WM-Finale am Mikrofon begleiten. Ein Studio oder ein Team vor Ort wird es nicht geben. Eigentlich hat man zusammen mit kompetenten Partnern an alles gedacht.

Ich glaube immer noch fest daran: Man wird eine Lösung finden. Denn ein Scheitern der Übertragung ergäbe ziemlich viel lauten Krawall. Krawall, der die Politik endlich dazu bringen könnte, das Treiben ihrer "Landesmedienanstalten" und dessen Notwendigkeit einmal wirklich zu überprüfen. "Rundfunk im Internet" ist mehr als eine Bürokraten-Posse. Es schädigt den Medienstandort, behindert die wirtschaftliche Entwicklung und macht Deutschland zur Lachnummer für die Welt.

Also, liebe Handball-Fans, keine Panik. Alles zur Handball-WM "live auf dkb.de" findet ihr hier.



Update 17 Uhr: "Die Medienanstalten" geben bekannt: "Die geplante Übertragung der Handball-WM auf einem Internet-Portal der Deutschen Kreditbank (DKB) ist aus Sicht der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) aller Voraussicht nach als zulassungspflichtiger Rundfunk einzustufen. Aufgrund der besonderen und außergewöhnlichen Einzelfallsituation wird die Ausstrahlung der Handball-WM auf dem Internet-Portal der DKB geduldet. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat die DKB für die Medienanstalten kurzfristig um Stellungnahme gebeten. Der Sachverhalt wird bis zur nächsten Sitzung der ZAK, die am 31. Januar in Stuttgart stattfindet, aufbereitet. Sollte die ZAK zu dem Ergebnis kommen, dass es sich bei der Übertragung der Handball-WM im Internet um Rundfunk gehandelt hat, muss die DKB mit einer Beanstandung rechnen."

Ich sag da mal nichts mehr. Würde ich mich als DKB dafür "beanstanden" lassen? Eigentlich müsste man den Amtsstüblern ihren Unsinn vor die Füße knallen. Aber es geht ja um die Handball-Fans. Deshalb: Tore her!

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