Ich bin ein Zuschauer- holt mich hier raus! 2017 wird ein Dschungelcamp.

Noch herrscht Ruhe- der Weg ins Dschungelcamp. Foto: RTL / Stefan Menne

Nach dem Fernsehjahr ist vor dem Fernsehjahr. Schon ab übermorgen sucht RTL wieder einen neuen "Superstar" für Deutschland und Sonja Zietlow sowie Daniel Hartwich haben die Koffer für das RTL-Dschungelcamp in Australien, gesendet wird ab Freitag, den 13. Januar (wie passend!), sicher auch schon längst gepackt.

Im "Staffelschnitt", so der Sender, erreichten die 16 regulären Ausgaben des RTL-Dschungelcamps 2016 herausragende 7,10 Millionen Zuschauer und damit 28,6 Prozent Marktanteil. Bei den 14- bis 59-Jährigen lag der Marktanteil sogar im Schnitt bei 37,3 Prozent (5,59 Mio.). Damit war die 10. Staffel in beiden Zuschauergruppen noch einmal erfolgreicher als die Vorjahresausgabe 2015. Beim Gesamtpublikum sowie in der Zielgruppe lag der Dschungel 2016 auf Platz vier aller zehn bisherigen Dschungel-Staffeln.

Wer 2017 alles teilnimmt, wer nicht und warum und wieso könnt ihr den gewohnt umfangreichen Berichten der einschlägigen Presse-Erzeugnisse entnehmen. "Ich bin ein Star- holt mich hier raus!"-kann sein, dass da einige es wirklich schreien. RTL gewiss nicht. Der Dschungel ist ein Riesen-Erfolg. Und so lange es so ist, wird es irgendwie weitergehen.

Und überhaupt: Die Mediengruppe RTL Deutschland hat ihre Zuschauer in 2016 mit starken Inhalten begeistert und blickt auf ein erfolgreiches TV-Jahr zurück. Sagt sie selbst. Und untermauert das auch mit Zahlen: Mit ihren Free-TV-Sendern RTL, Vox, n-tv, RTL Nitro, Super RTL, RTL II und RTLplus sowie den Pay-TV-Sendern RTL Crime, RTL Passion und RTL Living habe die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 28,7 Prozent bei den 14- bis 59-jährigen Zuschauern erreicht.

In einem Jahr, in dem die öffentlich-rechtlichen Sender die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele zeigten, konnte die Mediengruppe RTL demnach ihren Marktanteil gegenüber dem Vorjahr vergrößern (2015: 28,4 Prozent) und mit Eigenproduktionen wie "Duell der Brüder" sowie etablierten Formaten wie "Let's Dance", "Die Höhle der Löwen" oder "Sing meinen Song" punkten. Die Unternehmensgruppe baute ihren Vorsprung vor der Konkurrenz von ProSiebenSat.1. (25,3 Prozent) damit deutlich aus und unterstrich somit ihre führende Marktposition in der Zielgruppe (2015: +1,7 Prozent; 2016: +3,4 Prozent). RTL, so RTL, geht es gut.

Auch den anderen geht es gut. Das ZDF meldet sich mit 13,0 Prozent Marktanteil als "meistgesehener TV-Sender". Und meldet gemeinerweise gleich mit, dass RTL allein nur noch 9,8 Prozent und damit einen einstelligen Marktanteil hat. Ja, aber nicht in der "Zielgruppe"- so höre ich schon den Ruf aus Richtung Köln. ProSiebenSat.1 hat noch nichts gemeldet. Ich wage mal die Prognose: Das Jahr 2016 war ein Erfolg- irgendwie, irgendwo.

Amazon bricht mit "The Grand Tour" Rekorde. Netflix wächst und wächst und wächst. Immer mehr Leute schauen immer mehr YouTube Videos. Facebook meldet gigantische Abrufzahlen für seine bewegten Bilder. Auf der neuen "Live-Map" bewegen sich die Bilder einer ganzen Welt. Okay, wer in der Unterhaltungsbranche das Wort "Problem" in den Mund nimmt, hat schon verloren. Alles ist Marketing.

Und deshalb gucken wir alle immer mehr von allem. Wie das geht? Keine Ahnung. Aber Netz-TV wird weiter darüber nachgrübeln und, versprochen: In irgendeinem Jahr kriegen wir es raus. Dafür wühlen wir uns weiter durch den Dschungel der Zahlen. Auch ganz ohne Camp. Aber eines ist jetzt schon klar: 2017 wird der Durchblick schwieriger denn je.

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