CES 2017: OLED oder LCD-TV? Nachlese mit Panasonic.

Foto: Panasonic

Die Benutzeroberfläche, so viel zum Anfang, ist immer noch "My Home Screen 2.0" und sie, so meldet es Panasonic, "ermöglicht dem Nutzer eine intuitive Bedienung aller bekannten Content-Quellen". Die Betriebssystem-Basis des neuen "EZW1004", wenn auch weiterentwickelt, ist also immer noch das Firefox OS.

Das ist aber nicht so wichtig. Obwohl die ersten smarten Fernseher mit Amazons "Fire TV", die Ankündigung von Googles "Assistent" für Android-TV, die Markterfolge von Roku, die Weiterentwicklungen von Samsungs "Tizen" oder LG's webOS den Wettbewerb der Smart TV-Betriebssysteme auch auf der CES 2017 weiter anheizten.

OLED oder LCD/LED Backlight - Bildschirm war das Hauptthema bei den smarten Fernsehern in Las Vegas und das Rennen ist offener denn je. Und auch Panasonic hat einen neuen OLED-TV. Das Herzstück des "EZW1004", das "Master HDR" OLED Panel, übertrifft das des mehrfach ausgezeichneten Vorgängers TX-65CZW954 in zweierlei Hinsicht, so freut sich Panasonic. Zum einen könne es fast doppelt soviel Helligkeit wie bisher darstellen. Zum anderen könne das Panel fast 100 Prozent des DCI Farbspektrums wiedergeben - ein wichtiges Kriterium bei der Wiedergabe authentischem HDR Bildmaterials. Wer das Panel herstellt, schreibt Panasonic dagegen nicht.

Es kommt von LG, so wird es zumindest vermutet- genauso wie das Panel des neuen Sony-Schlachtschiffs BRAVIA A1. Seit Jahren tobt am Markt für Fernseher ein erbitterter Preiskampf und nur LG hat es gewagt, so richtig massiv in die neue Bildschirm-Technologie zu investieren. Damit sind die Südkoreaner eine milliardenschwere Wette eingegangen. Und die CES 2017 erweckt den Eindruck: Sie könnten gewinnen.

Zumindest dann, wenn LG die Preise für die Oberklasse der OLED-Panels noch deutlich senken kann. Die Milliarden-Investitionen müssen refinanziert werden, Gewinne sind das Ziel und die OLED-Produktion großer Panels soll auch bei LG nach wie vor keine Routine-Veranstaltung sein. Aber auch in die neuen Bildschirme werden Gold und Diamanten nicht in großen Mengen hineingebaut. Der reine Materialwert dürfte relativ gering sein und andere Preise damit nur eine Frage der Zeit.

Zwar wird es noch eine Weile dauern, bis irgendwann OLED-Panele wie LCD-Displays aus abgeschriebenen Fabriken in Massen den Weltmarkt überschwemmen. Aber interessant war es schon, auf der CES zu beobachten, wie die großen LG-Konkurrenten sich bemühen nicht irgendwann in die undankbare Rolle deutscher TV-Geräte.Hersteller zu geraten, die ja schon lange Fernseher ohne eigene Display-Produktion verkaufen müssen.

Samsung hat dafür jetzt "QLED". Und immer mehr Hersteller haben eben nun auch ein OLED-Gerät mit LG-Display im Programm. Und suchen Gründe, warum man ihr Gerät kaufen soll.

Panasonics "EZW1004" hat den "neu integrierten Studio Colour HCX2 Prozessor". Der ermögliche, so der Hersteller, in Verbindung mit der "Panasonic OLED Technologie" eine überragende Bildqualität. Der EZW1004 könne nun einen noch exakteren Farbbereich wiedergeben, da Panasonic die bereits im professionellen Film und Broadcasting-Bereich verwendeten 3D Look-up Tabellen verwende. Aha.

Dank "intensiver Zusammenarbeit mit den Experten der Hollywood Labs", sei es Panasonic gelungen, den HCX2 Prozessor des EZW1004 besonders fein zu justieren. So sei in den eigenen vier Wänden eine solch detailgetreue Wiedergabe möglich, wie sie die Filmemacher es Ihrem Publikum im Kino zeigen wollen.

Das neue OLED-Modell von Panasonic unterstützt nicht nur die neueste High Dynamic Range (HDR) Technologie, HDR10 (PQ), sondern stellt die Bilder bei Bedarf auch im neuesten Hybrid Log Gramma HDR Format dar. Die Schwarzwerte der OLED Technologie und die Leistungen bei Graustufen würden den EZW1004 zum perfekten Partner für HDR machen, weil er Bildwerte mit weiteren Leuchtdichten und Farbbereichen für deutlich dynamischere und hellere Bilder produziert. Die selbstleuchtenden Pixel ermöglichten die Darstellung von "atemberaubender Helligkeit und tiefem Schwarz" ohne die Bildqualität durch externen Lichteinfall zu stören, wie man es bei LCD TVs kenne.

Das ist alles sicher ganz toll, klingt für mich aber für einen Hersteller, der einst als PlasmaTV-Pionier ein ganz Großer war, irgendwie auch ein wenig verzweifelt. Vielleicht bauen die Japaner ja irgendwann gemeinsam die "Next Generetion OLED"-Fabrik. Denn sonst wird es für einige Hersteller sehr schwierig werden. Aus Sicht von Panasonic sieht die Wettbewerbslage etwa so aus: LG hat den ersten Zugriff auf die besten OLED-Displays. Im Design ist Sony ein ziemlich harter Wettbewerber. Und billig- damit sollten sie mit Blick auf das chinesische Festland gar nicht erst anfangen.

Nächstes Jahr ist wieder CES in Las Vegas. Auch wenn es nicht von Anfang an klar war- die CES 2017 war ein verdammt starker Jahrgang. Und wir Konsumenten sind, wie Konsumenten halt sind- wir freuen uns auf immer noch mehr.

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