"Anime Strike" - die "Amazon Channels" erreichen die USA

Screenshot: Amazon US

Ein riesiger Schatten schiebt sich über das friedlich in der Sonne liegende Land. Es endet, wir wissen es alle, mit der totalen Zerstörung von "The White House" durch das gigantische Alien-UFO. "Independence Day" von Roland Emmerich ist Science Fiction-Trash, ja- aber mit wegweisenden Szenen aus der Kategorie "genial".

Die Welt ist in Ordnung, das Leben ist schön- es passiert ja noch nichts. Da ist erst einmal nur dieser Schatten, der die Sonne verdunkelt und ein ungutes Gefühl hinterlässt. So in etwa sollte man sich vielleicht jetzt langsam fühlen, wenn man ein Fernsehsender ist.

Seit einem Jahr hat Amazon fürs Streaming-TV in den USA nun sein "Partner-Programm". Die großen Namen wie HBO, Showtime, Starz- sie sind als "Partner" dabei. Und freuen sich sicher über einen großen Erfolg. Kann gut sein, dass dieser Erfolg noch viel größer wird- der Amazon-Fernseher kommt ja erst. Kann auch sein, dass sie auf einer Skyscraper-Dachterrasse jubeln und wissen es nicht.

Denn jetzt kommen die "Amazon Channels". Der erste von vielleicht sehr vielen ist da. In den USA können Amazon Prime-Mitglieder jetzt für zusätzlich 4,99 Dollar im Monat "Anime Strike" abonnieren. Und wieder ist der Schatten langsam und harmlos. Anime haben zwar eine begeisterte Fangemeinde und auch manch anderer als Amazon verdient im TV-Bereich in der Nische sein Geld damit. Aber das Brot und Butter-Geschäft des "alten" Fernsehens sind Anime nicht.

"Wir neigen dazu, uns auf unsere Kunden und ihre Bedürfnisse zu konzentrieren- und unser großer Vorteil ist, dass wir die Daten nutzen, die wir als Amazon haben- und so die Art von Programmen kennen, die unser Publikum begeistern wird." Das sagt Michael Paull, bei Amazon "Vice President Digital Video" laut "Variety". Und zuständig für die "Amazon Channels", von denen er für die kommenden Monate weitere ankündigt. Mit welchen Inhalten- das sagt er nicht.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die "Amazon Channels" nur weitere interessante Nischen besetzen. Aber da gab es doch auch schon diese Gerüchte. Da legt sich ein Schatten über das glückliche Fernseh-Land. Keiner weiß, wie groß das Ding ist und wie die Geschichte endet. Und ihr ahnt es von Amazon und ihr wisst es aus "Independence Day": Innerhalb der US-Grenzen bleibt das Ding nicht.

Bei Roland Emmerich finden die Helden eine Lösung und zerstören das unheimliche Ding. Dann feiern sie fröhlich den "Independence Day". Und zur Beruhigung für alle Fernseh-Verantwortlichen: Das Ding kommt zwar wieder, aber die Fortsetzung ist völliger Quatsch.

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