So peinlich: Die ARD hat wohl Angst vor dem "Echo"- Vox übernimmt.

Foto: Vox / Bundesverband Musikindustrie e. V.

"Erschöpft und müde", so sei er, der "Echo". So sagt es laut vielen Berichten ARD-Unterhaltungs-Koordinator Thomas Schreiber im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. So so. "Wenn Musiker, für die der Preis vergeben wird, sich mehr Zuspruch davon versprechen, dass sie auf der Bühne ihren Preis dissen und schlecht machen, wie kann der Zuschauer zu Hause Spaß daran haben?" So so. Sei es, wie es sei: Die ARD will den Musikpreis "Echo" nicht mehr.

An den Einschaltquoten kann es kaum liegen. Immerhin 3,37 Millionen schauten das letzte Mal zu. Okay, früher war alles mal besser. Aber 11,6 Prozent Marktanteil liegen für die ARD nicht mehr jeden Tag auf dem Tisch. Sogar 11,9 Prozent waren es in der "Zielgruppe" der 14 bis 49-jährigen. Das ist für die ARD sogar ein traumhafter Wert. Die jüngeren Zuschauer waren dabei. Die, nach denen die ARD immer mehr und immer öfter vergeblich sucht.

Zum Vergleich: 3,53 Millionen sahen die Verleihung der "Goldenen Kamera" zuletzt im ZDF. Ein paar mehr. Das waren an dem Abend auch 11,6 Prozent. Über die Zahl jüngerer Zuschauer wollen wir da lieber nicht reden. Denn der Echo ist mit 11,9 Prozent "in der Zielgruppe" ja schon "müde und erschöpft".

Manchmal ist es besser, so etwas nicht zu kommentieren. Oder vielleicht nur indirekt. So wie der Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Dr. Florian Drücke: "Seit der ersten Verleihung im Jahr 1992 hat sich der Echo kontinuierlich entwickelt. Wir blicken zurück auf großartige 25 Jahre mit beeindruckenden Künstlern, emotionalen Show-Highlights und vielen tollen Fan-Momenten. Jetzt schreiben wir an einem neuen Echo-Kapitel. Ich bin gespannt, wie es sich lesen wird, und freue mich schon jetzt sehr auf die Zusammenarbeit mit Vox, unserem neuen Sende-Partner im kommenden Jahr."

"Wir fühlen uns geehrt und verpflichtet, unsere Art und Weise Musikshows zu erzählen, nun auch bei der Echo-Verleihung umzusetzen", so Kai Sturm, Chefredakteur und Unterhaltungschef bei Vox. "Die Labels, Musiker und Zuschauer gleichermaßen glücklich zu machen, ist eine große Herausforderung, der wir uns gerne gemeinsam mit dem BVMI stellen."

Na dann Vox, und viel Erfolg. Ihr habt die Echo-Zuschauer verdient. Was in Wahrheit passiert ist? Keine Ahnung. Und sicher hat das alles nichts mit rein gar nichts zu tun. Schon gar nicht mit dieser merkwürdigen Band, die live in der ARD zuletzt einen "Echo" gewann. Danach allen und sicher einigen ganz speziell den Stinkefinger zeigte und jetzt mit der Echo-Trophäe Bierflaschen öffnet. O weh.

Das alles hat natürlich, wie schon gesagt, wirklich mit nichts und gar nichts zu tun. Wie komme ich jetzt darauf? Keine Ahnung. Aber, liebe ARD: Sender, die in Sachen Musik gerade noch seniles politisch-korrektes Genuschel von Udo L. sowie entsetzlich schlecht gesungene Weihnachtslieder von Helene F. aushalten, die brauch nicht mal ich mehr. Mit Mitte 50 bin ich dafür noch zu jung. Nach wenigen Minuten ARD-Programm bin ich meist erschöpft und müde. Eure einzige Chance, dass ich nicht weg zappe, ist folgende Möglichkeit: Ich schlafe ein.

Wir wünschen weiter viel Erfolg auf der Suche nach "jungen" Zielgruppen. Schönen Gruß an Gremien und Pensions-Fonds. Etwas anderes, zum Beispiel die Erfüllung eures öffentlich-rechtlichen Auftrags, interessiert euch ja anscheinend nicht mehr. Macht nichts: Wie man mit "Echos" Bierflaschen öffnet, sieht eure Zielgruppe hier:

Kommentare