Samsung bringt zur CES ein neues Tizen-User Interface für Smart TV mit

Eigentlich schon toll: Die aktuelle Bedienungsoberfläche des "Hub 2016". Foto: Samsung

Weihnachten, Neujahr und dann ist CES in Las Vegas. So ist der Rhythmus der Smart TV-Branche und es ist wohl auch in diesem Jahr so. Jedenfalls findet sie statt, die Show der Superlative, vom 5. bis 8. Januar in der Glücksspiel-Metropole und man hört auch sehr viel davon. Von tollen neuen Smartphones, elektrischen Autos und allerhand mehr oder weniger freakigen Sachen. Nur von tollen Fernsehern hört man bisher so gut wie nichts.

Konsolidierung ist angesagt nach den Preis- und Innovations-Schlachten der letzten Jahre und auch Standardisierung tut not. "Was heißt das genau?" So fragt der aufgeklärte Konsument jetzt zurück, statt nur zu staunen über "der kann UHD oder HDR".

Fast könnte man sagen, die Hersteller werden zum Opfer ihrer eigenen tollen Arbeit. Denn das Rennen nach dem "größer, bunter und schärfer" macht irgendwann keinen Sinn mehr. Fernseher müssen in Wohnungen passen. Das menschliche Auge kann bessere Bildqualität ab einem bestimmten Punkt gar nicht mehr sehen. Zumindest bei den teureren Modellen sind da in jeder Richtung längst Grenzen erreicht. Jetzt ist Detailarbeit angesagt.

So hat Samsung, wenn man einem "Leak" der "Tizen Experts" glauben mag, seinen Tizen-"Hub" als Smart TV-Betriebssystem noch einmal überarbeitet und noch ein Stück "barrierefreier" gemacht. Das zeigt sehr schön den Trend, dass alle Arten von "Fernsehen" immer besser zusammenwachsen. Irgendwann wird man es vielleicht gar nicht mehr so genau wissen, ob man gerade einen "Sender" guckt oder irgendwas on demand "aus der Cloud".

Es wird spannend sein, zu sehen, ob LG's "webOS 3.0" noch so aussieht wie zur Premiere im vergangenen Jahr. Was die Hersteller aus "Android TV" so gebastelt haben. Und ja, ich warte immer noch auf einen Fernseher, der Apple TV "drin" hat. So wie "Roku" das schon seit zwei Jahren nicht ganz ohne Erfolg betreibt.

Schon im Vorjahr war die CES trotz vieler toller Fernsehgeräte eigentlich recht langweilig. Und dann kam Netflix und verkündete die globale Expansion. Vielleicht gibt es auch in diesem Jahr wieder ein "one more thing". Wir werden sehen.



Update: Kaum hat man sich beschwert, dass kaum Neues berichtet wird, stimmt das auch schon wieder nicht mehr. Samsung wird zur CES 2017 drei neue Smart TV-Dienste vorstellen, die Samsung-Geräte mit eigenen Inhalten versorgen sollen: "Sports", "Music" und "TV Plus". Und dies ist sogar schon offiziell und weder "Leak" noch Spekulation.

"Sports" soll erst einmal nur ein Informationsangebot sein, aber in Zukunft auch genau das anbieten, was der Name verspricht- "in Zusammenarbeit mit Content-Partnern". "Music" startet sofort mit "Partnern", auch in "Germany", und zwar mit Spotify, iHeartRadio, Napster, Deezer, Sirius XM, Vevo, Melon und Bugs.

Auch "TV Plus" soll uns in Deutschland im April 2017 erreichen. Das ist ein "Smart" Electronic Program Guide (EPG), der uns bei der Auswahl unserer Lieblings-Programme helfen soll. Und Partner hat er auch: Fandango und Rakuten (Wuaki.TV?) für den Verkauf von Filmen und "Funke" für "A-VOD-Content in Germany".

WTF? Der Funke-Mediengruppe gehören viele Programmzeitschriften und andere Altlasten wie die "Goldene Kamera" der "Hörzu", seit dem Springer sie nicht mehr haben wollte. Aber "VOD-Content" bisher nicht. Auch keiner mit "A-", was werbefinanziert bedeutet.

Also halten wir mal fest: Samsung macht es nach dem "Milk"-Debakel nun doch wieder, nur mit Partnern. Und die Funke-Mediengruppe plant mit Samsung so etwas wie werbefinanziertes Fernsehen im Netz. 2017 und die CES wird doch noch spannend.

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