Netflix: "Marco Polo" muss nach Hause reiten

Foto: Netflix / Phil Bray

Es hätte so schön werden können. Die Exotik Asiens ist eigentlich trendy. Grandiose Landschaften und Bilder in 4K Ultra HD. Das Produktionsbudget war mit Sicherheit üppig. Aber die eigentliche Faszination der Geschichte des Venezianers Marco Polo, die die Welt seit Jahrhunderten fesselt- die haben die Macher des "Marco Polo" für Netflix niemals erfasst.

Statt dessen entstand eine Art Game of Thrones für Khane. Dazu eine Prise Kung Fu. Allerdings konnten weder Darsteller noch Story auch nur annähernd den großen Vorbildern das Wasser reichen. Die Charaktere waren oft blutleere Schablonen. Und Drachen oder "weiße Wanderer" hatten sie nicht.

Schon die erste Staffel der Serie erntete mehr Kritik als Begeisterung. Auch die Verstärkung des etwas schwachen Casts durch Michelle Yeoh in Staffel zwei konnte die Serie nicht retten. Der gewöhnlich gut unterrichtete "Hollywood Reporter" meldet: Netflix schickt "Marco Polo" wieder nach Hause. Es gibt keine Staffel drei.

Damit bekommt "Marco Polo" zumindest zeitweise den Ruhm als "am schnellsten beendetes Netflix-Original". Denn sowohl der Horror von "Hemlock Grove" als auch die etwas mysteriös abgeschnittene "Bloodline" schafften es wenigstens bis in die dritte Staffel. Und bisher war Netflix eigentlich bei einmal begonnenen Projekten für Durchhaltevermögen bekannt. Trotz toller Bilder war das Gesehene aber vermutlich einfach zu wenig. Es ließ die Verantwortlichen wie auch viele Zuschauer wohl eher ratlos zurück.

Es ist schade und wir wollen über die Gründe nicht weiter spekulieren. Eine gute Idee allein ist eben nicht alles. Nach dem bisher abgelieferten Material geschieht die Absetzung des "Marco Polo" völlig zu Recht.

Kommentare

Aktuell meist gelesen: