"Molotov TV"- wird das ein explosiver Fernseh-Cocktail aus Frankreich?

Foto: molotov.tv

Deutschland sei das Land der Ideen, sagt die Bundesregierung. Vergesst es. Auf solche Ideen kommt nur, wer zu lange in der Hauptstadt mit den hässlichsten Neubauten der Welt gesessen hat und ewig nicht mehr heraus gekommen ist. Wir sind das einzige Land der Welt mit mindestens vier verschiedenen Mülltonnen und können die beste Software für Dieselmotoren programmieren. Und vielleicht war es das schon.

Frankreich hat es da eindeutig besser. Auch wenn aus manch genialer Idee dann einfach nichts wird. Oder irgendwann das Geld und der Mut ausgehen. Wo Menschen für ihr Recht auf Käse mit Geschmack und deshalb aus unsterilisierter Milch demonstrieren, da wird die Kreativität niemals sterben. Und was dann daraus wird, das werden wir sehen.

"Molotov.tv" ist so eine echt französische Idee. Mach das Fernsehen so, dass es dir schmeckt. Eigentlich ist es ein simpler "OTT"-Internet-TV-Service. Aber "Molotov.tv" macht alles anders. Denn es zeigt keine "Anbieter" und "Sender". Sondern einfach nur noch "Programm".

Man wolle "die tägliche Freude am Fernsehen neu erfinden", so sagten die Molotov-Macher im Sommer beim Start. Es sei zeitintensiv und mühselig, ein interessantes TV-Programm auch zu finden. Mit Molotov könne man auf einen Blick sehen, was es gerade im Fernsehen gibt. Jede Sendung hat ihr eigenes Bild. Die Zeitleiste zeigt an, wie lang sie schon läuft. Man kann live einsteigen oder auch zeitversetzt von Anfang an sehen.

Die Suche funktioniert schnell und präzise. Mit einem Klick kann der Nutzer Sendungen auch zur dauerhaften Aufzeichnung im Molotov Benutzerkonto markieren. Dort bleibt sie so lange verfügbar, bis man sie manuell löscht.

Bisher gab es "Molotov" nur in Frankreich. Deshalb war hier auch noch nichts davon zu lesen- auch wenn man von den ersten Benutzern große Begeisterung hört. Aber jetzt wird "Molotov.tv noch interessanter. Sie haben über 20 Millionen neues Risiko-Kapital von großen Namen wie Sky, TDF oder der UK Media Group sowie von russischen Investoren. Das Ziel: Molotov soll international expandieren als DVR-App in der Cloud.

Das könnte sehr interessant werden. Oder auch "explosiv"- wenn man noch eine wertvolle Marke als "Sender" hat.

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