"Masters of the Universe" müssen zum Team-Meeting bei Donald Trump

Screenshot: trump.com

Es ist eine unglaublich bizarre Szene. Man muss nur einmal kurz darüber nachdenken, was da passiert. Donald Trump empfängt in seinem "Trump Tower" zum Meeting. Ganz normal, wie Millionen Firmenbosse es weltweit tagtäglich tun. Und ganz normal beginnt es auch mit der Vorstellungsrunde (!) wer was ist und was er denn so macht. Aber dort sitzen Leute wie Googles Larry Page, Amazons Jeff Bezos, Satya Nadella von Microsoft oder Tim Cook von Apple. The Masters of the Universe müssen zur Mitarbeiter-Besprechung. Und der neue Boss erklärt, er wolle ihnen helfen, das Richtige zu tun.

Die meisten von ihnen fanden bis vor kurzem wie Netflix-Chef Reed Hastings die Aussicht ganz furchtbar, dass dieser Mann vielleicht Präsident wird. Jetzt ist der Ernstfall passiert. Die Hollywood-Depression wütet auch im Silicon Valley- beides lässt sich ohnehin kaum noch trennen. Eine Wahl hat gereicht und die "schöne neue Welt" des Claus Kleber ist plötzlich ganz anders. Vielleicht ist sie schon tot.

Denn was allseits zu beobachten ist, erinnert erstaunlich an die "Phasen der Trauer". Schockzustand, Nicht-Wahrhaben-Wollen, Depression. Vielleicht beginnt jetzt schon die langsame Rückkehr ins Leben. Auch wenn es nie mehr so sein wird wie vorher.

In der neuen Welt des Donald Trump existieren keine "Masters of the Universe"- denn da gibt es nur einen, und das ist er. Der Rest sind Angestellte, denen er erklärt, wo es lang geht. Wenn sie ein Problem haben und nicht weiter wissen, dann dürfen sie ihn anrufen. Sogar direkt, denn eine "offizielle Befehlskette" hat er nicht. Das Serien-Drehbuch würde ich als "völlig verrückt" ablehnen. Es ist einfach nur Realität.

Für uns in Deutschland hat dieses Meeting mehr Bedeutung als manche Bundestagssitzung. Und mehr als die meisten durchs Dorf getriebenen "Nachrichten"-Kühe sowieso. Denn in der Nach-Trauerphase der "Akzeptanz" werden die neuen "Mitarbeiter" anrufen, wenn sie ein Problem haben. Egal, ob mit dem "deutschen Verständnis" von Social Media, mit "Rundfunk"-Regulierung oder Abgaben-Ideen der EU.

Am anderen Ende des Telefons wird ein Präsident sein, der national und erstaunlich ähnlich denkt wie die "gelbe Gefahr". Nein, es geht nicht um die Haare. Aber es wird haarig. Denn Trump fühlt sich nur wohl im Angriff-Modus. Und nichts wird mehr so sein, wie es mal war.

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