Kein Weltuntergang: 21st Century Fox will Sky endgültig übernehmen


Na, das passt doch. "Ein riesiger Asteroid rast mit einer Geschwindigkeit von 50.000 Stundenkilometern auf die Erde zu. Die Aufprallzone liegt mitten in Europa. Die Chance hier zu überleben: Gleich Null. Ganz Europa ist jetzt auf der Flucht. Doch gibt es tatsächlich ein Entkommen?"

Nein, es geht nicht um die Familie Murdoch, ihre "21st Century Fox" und deren geplante endgültige Übernahme von Sky. Die Bundesliga wird trotzdem live weiterspielen, genau wie auch die Champions League. Denn 39 Prozent der Anteile gehören ja schon längst zum Fox-Konglomerat und auch schon bisher dürfte da nichts Bedeutendes ohne die Zustimmung von Murdoch passiert sein. Und es ist ja auch schon der zweite Versuch- der erste wurde vor Jahren durch britische Behörden gestoppt.

Ein Parlamentsausschuss hielt dort Murdoch noch 2011 für "persönlich ungeeignet", ein britisches Unternehmen im Medienbereich zu führen. Acht Milliarden Pfund hat er damals für Sky geboten. 14 Milliarden sollen es dieses Mal sein.

2017 stehen die Chancen ungleich besser. Obwohl Rupert Murdoch immer noch Rupert Murdoch ist. Die Führung des Imperiums hat sein Sohn zumindest offiziell übernommen. Viel interessanter ist aber die Frage, warum er 14 Milliarden bezahlen will, um etwas noch besser zu kontrollieren, was er doch in Wahrheit ohnehin schon längst kontrolliert.

Ganz einfach: Weil es notwendig erscheint. Ein riesiger Asteroid rast mit einer Geschwindigkeit von 50.000 Stundenkilometern auf das Imperium zu und es geht darum, die Truppen besser zu ordnen und zu organisieren. Die Briten werden versuchen, den Standort von Sky zu retten. Darüber hinaus bleibt ihnen nicht viel.

Realistisch, glaubwürdig und dadurch umso ergreifender soll die gerade von Sky angekündigte deutsche Serien-Eigenproduktion "Acht Tage" die Geschichte des drohenden Weltuntergangs aus der Perspektive einer ganz normalen Berliner Familie erzählen. Das ist bemerkenswert- denn Weltuntergänge sind bisher ja nur ein gängiges US-Serienthema. Deutschland dreht Krimis, heile Welt-Schnulzen und ansonsten nicht viel.

"Das Konzept von 'Acht Tage' hat uns sofort begeistert, weil sich jeder unmittelbar die Frage stellt, wie er oder sie selbst in solch einer extremen Situation reagieren würde", so Frank Jastfelder, "Director Drama Production" bei Sky Deutschland. "Auf diese Frage liefert 'Acht Tage' emotionale, immer wieder überraschende und hochgradig dramatische Antworten- und das fernab aller Hollywood-Klischees."

Die Ausstrahlung der Serien-Produktion der Münchner Firma "Neuesuper" ist für 2018 geplant. Die Regie übernimmt Stefan Ruzowitzky, der für "Die Fälscher" sogar schon einmal einen "Oscar" gewann. Rafael Parente von "Neuesuper" verspricht uns "eine Dramaserie auf internationalem Niveau"- wir sind gespannt und werden es sehen.

2018 wird Fox dann wohl auch Sky komplett besitzen. Der Asteroid, den man bei Murdoch sieht, sind wohl die sich gerade formierenden neuen Konkurrenz-Imperien. Die komplette Kontrolle über "den Content" von "der Produktion bis zur Distribution" gilt dort als der neueste Schrei. Im Prinzip also das, was bei Angstgegner Netflix mit seinen "Originalen" scheinbar immer besser funktioniert.

Sky Deutschland hat sich die wertvollen Rechte der Fußball-Bundesliga und damit seinen wichtigsten "Content" gerade wieder gesichert und es war teuer wie nie. Aus dem Internet kommen trotzdem immer neue Konkurrenten und die Zahl der Abonnenten steigt wohl noch, ja- aber wohl nicht so schnell wie die Kosten. Da braucht es neue Wege, um die Einnahmen zu steigern. Fußball in UHD oder "Internet-Tickets" passend für jeden Bedarf könnten solch neue Wege sein. Aber gefühlt reicht das alles bald nicht mehr aus.

Nicht nur beim Fußball werden wirklich gefragte Inhalte rasant teurer. Ein globales Fox-Imperium soll entstehen, um den Kosten-Asteroid für wertvollen Content in den Griff zu kriegen. Wer deutlich mehr ausgibt, braucht auch deutlich mehr Einnahmen. Das wird nicht nur bei Fox eines der spannendsten Themen der nächsten Jahre sein.

Sogar Sarah könnte so noch ihre Globalisierungs-Chance bekommen. Die Sky-Kompetenz im Internet-Endkundenvertrieb sei für Fox sehr wertvoll, so hörte man im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme aus dem Konzern. 21st Century Fox ist übrigens nicht ganz das Gleiche wie "20st Century Fox", deren Logo man so oft vor Filmen sieht. Es sind Mutter und Tochtergesellschaft. So wie vielleicht bald 21st Century Fox und Sky. Ein straff organisiertes "Imperium" bietet dann doch neue Möglichkeiten. Alle wollen immer nur kontrollieren- Asteroiden, Content, Planeten- egal.

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