Es ist Krieg! Breitbart-Offensive gegen Kelloggs Cornflakes und Pringles

Screenshot: Breitbart.com

Die Welt geht unter- an einem Donnerstag. Spätestens seit Marius Müller-Westernhagen wissen wir es und vielleicht ist es ja heute so weit. Die Beziehungen eines Medien-Unternehmens zu seinen Werbekunden sind eigentlich etwas Heiliges. Etwas, worüber man in der Öffentlichkeit nicht spricht. Ich weiß es, ich habe lange Zeit genau daran gearbeitet. Und ich kann zumindest ein kleines Geheimnis verraten, welches viele noch immer nicht kennen: Der wahre Kunde eines Medien-Unternehmens ist gar nicht so selten eigentlich der Einkäufer von Werbung. Und ihr da draußen, ihr Leser und Zuschauer? Ihr seid entbehrlich. So sind sie, diese "Medien". Das gilt natürlich nicht für "Netz-TV".

Auch anders, und zwar ganz anders, tickt das US-Medium "Breitbart". Deshalb wurde es hier anlässlich seines drohenden angekündigten Deutschland-Starts ja schon mit einem Grundsatzbeitrag über Wölfe und Schafe gebührend gewürdigt. Aber für das, was da seit gestern los ist, gibt es nach meinem Wissen in der Geschichte des modernen Medienbetriebs keinerlei Beispiel. Breitbart führt Krieg gegen Kelloggs Cornflakes und Pringles. Und der Krieg ist "Breitbart"-Style. Da werden keine Gefangenen gemacht.

Der Kelloggs-Konzern hatte kürzlich erklärt, keine Werbung mehr bei "Breitbart" zu buchen. Das Angebot "passe nicht zu den Werten" der Firma. Vor Kelloggs hatten das schon eine Reihe anderer Firmen getan. Gerüchte behaupten sogar, die Cornflakes-Macher seien erst von "Aktivisten" dazu überredet worden. Es geht auch mit Sicherheit im Vergleich zur Kelloggs TV-Werbung nur um die Krümel, die noch aus der Dose herausfallen, wenn alle "Pringles" schon weg sind. Um für Kelloggs-Verhältnisse eigentlich gar kein Geld.

Ein normales Medium hätte jetzt seine "Experten" zu Kelloggs geschickt. Man redet und trinkt einen Kaffee. Für jedes Problem gibt es eine passende Lösung. Und eines gilt immer: Die da draußen erfahren es nie.

Breitbart ist anders. Und Kelloggs hat das nicht bedacht. Sie kennen, wie alle Werbetreibenden, so etwas bisher nicht. Und sie waren ja nur einer von vielen. Dass Kelloggs aus Sicht von Breitbart ein ideales Angriffsziel ist- diese Idee war ihnen wohl völlig fremd. Kelloggs ist aber das Muster-Beispiel eines globalisierten Konzerns. Aus Breitbart-Sicht also das Böse. Mit auch noch zumindest teilweise angreifbaren Ernährungs-Produkten, die jeder kennt. Aus militärischer Sicht mit jeder Menge offener Flanken. Gestern gab es dann Feuer-Befehl.

Die "Frühstücks-Marke", so Breitbart, würde 45 Millionen amerikanische Leser hassen. Breitbart News, "eine der Top-Nachrichtenquellen der Welt", rufe nun auf zum Boykott gegen Cornflakes und Pringles. #DumpKelloggs, so heißt der Hash-Tag. Keine Ahnung, was jetzt bei Kelloggs so los ist. Aber lustig ist es mit Sicherheit nicht.

Schon "über 100.000" hätten die "Petition" unterschrieben. Und "eine der Top-Nachrichtenquellen der Welt" legt Salve um Salve nach. Kelloggs unterstütze windige linke Programme gegen aufrechte Amerikaner mit hunderten von Millionen. Umweltschädliches Palmöl und Kinderarbeit stecken drin. Und gesundheitlich sei manches äußerst bedenklich. Bis spätestens heute Abend sind Cornflakes und Pringles gewiss die Mutter allen Übels auf dieser Welt.

Bei Facebook sei auf Kelloggs-Seiten die Hölle los, so berichtet das "journalistische" Hauptquartier triumphierend. Kann ich mir vorstellen. Nur nicht, wohin so etwas führen soll.

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