Das "Fuller House" bei Netflix wird leerer- und warum das normal ist

Foto: Netflix / Michael Yarish

Immer diese Zahlen-Fetischisten. Das "Fuller-House" bei Netflix wird jetzt auch noch leerer. So sagen es uns jedenfalls neue Zahlen von Symphony Advanced Media via "Variety". Die "Quote" in der "Zielgruppe" für die ersten drei Tage nach der Verfügbarkeit sei von 5,30 für Staffel eins auf 2,01 bei Staffel zwei gefallen. Das sei ein Minus von immerhin 62 Prozent.

Okay. Aber was hat man eigentlich erwartet? Und wen interessiert das? "Fuller House" ist auch nur eine Sitcom von vielen mit Lachen aus dem Off. Manche mögen es. Manche mögen es manchmal. Und manche mögen es nicht. Nicht immer gibt es einen Auftritt von "New Kids on the Block".

Diese merkwürdige Erwartungshaltung an die Streaming-Dienste ist mir in dieser Woche schon einmal aufgefallen. Da hat die "Hollywood Foreign Press Association" für die "Golden Globes" nominiert. Netflix und Amazon bekamen nicht erneut viel mehr Nominierungen wie im Vorjahr. Das "House of Cards" wurde sogar ganz ignoriert. Das werteten schon wieder viele als eine Enttäuschung. Es ist aber nur eine Normalisierung. Die "Neuen" sind angekommen und der "Bonus" für sie ist weg. Das ist ganz normal.

Dabei hat Netflix mit "Stranger Things" wieder einen starken Bewerber im Rennen. Sogar der großartige Auftritt von Billy Bob Thornton in Amazons "Goliath" wurde bemerkt. Für Amazon sind neben den üblichen Verdächtigen wie "Transparent" jetzt zusätzlich noch etliche zumindest mitfinanzierte Spielfilme dabei. "Manchester by the Sea" gilt sogar als ganz heißer Oscar-Kandidat.

Wir müssen leider damit aufhören, von den Streaming-Diensten stets Unglaubliches zu erwarten. Als das "House of Cards" bei Netflix startete, da war es etwas unglaublich Neues. So eine tolle Serie und sie kommt aus dem Internet. Und das Fernsehbild sieht trotzdem gut aus. Einfach nur "wow".

Irgendwo zwischen Staffel drei und vier ist dann das "House of Cards" ganz normales Qualitäts-Fernsehen geworden. So wie das Streaming unseres Programms von Netflix und/oder Amazon auch. Genau dies aber ist die interessanteste und für das "bisherige" Fernsehen bedrohlichste Entwicklung des Jahres. Orange is the new Black. Und Streaming ist das neue Normal.

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