Auch nicht besser: Weihnachten im Stream mit "Star Trek Beyond"

Foto: Amazon
Heiligabend und Fernsehen- was für ein episches und jährlich wiederkehrendes Drama. Sat.1 war in diesem Jahr Quoten-Sieger. Mit "Kevin-Allein zu Haus". Ob in Wahrheit nicht längst das Internet vorn lag? Das kann man angeblich noch nicht messen. Amazon verschenkte einen Leihfilm für 99 Cent. Also ab ins Netz-TV, seit dem ersten Dezember haben sie "Star Trek Beyond".

Ich gebe es zu, ich bin ein "Trekkie". Selbst auf die neue Serie freue ich mich schon. Die gelungene Wiederauferstehung der "echten" Enterprise-Crew im Kino hat mich begeistert. Entgegen manch anderer Meinung fand ich auch den Flug "Into Darkness" ganz toll. Sogar Amazon-Chef Jeff Bezos spielt mit bei "Star Trek Beyond". Das muss ich noch sehen. Da bin ich dabei.

Es war eine herbe Enttäuschung. Captain Kirk (!) steckt am Anfang in der Sinnkrise. Das kann sich kein "Trekkie" ausgedacht haben. Am Ende ist er sie los und nun hat sie das "StarTrek"-Franchise. Denn außer jeder Menge computergeneriertem Bilderzauber ist eigentlich nichts geschehen.

Bei "Akte X" gab es einst nur wenige Folgen, die die eigentliche Geschichte vorantrieben. Dazwischen ermittelten Scully und Mulder meist ein billig abgedrehtes "Monster of the Week". So läuft es im "Star Trek"-Universum anscheinend jetzt auch. Es gibt einen Bösewicht, der die "Enterprise" mal wieder (warum eigentlich?) völlig zerstört. Die Föderation ist mal wieder bedroht. Seit den "Guardians of the Galaxy" wissen wir: Gute Musik hilft gegen alles. Mehr braucht man zu "Star Trek Beyond" nicht wissen. Vielleicht noch: "Fast & Furious"-Regisseur Justin Lin hat es ebenso perfekt wie lieblos inszeniert.

Geht es euch auch so? Das komische Gefühl beim Publikum wird stärker. Und nicht erst seit der "Suicide Squad". Die Franchise-Blockbustermaschine läuft immer schneller. Aber selbst eigentlich gelungene Produkte des Jahres wie der "Civil War" der "Avengers" oder "Dr. Strange" ließen viele im Publikum irgendwie unbefriedigt zurück.

Bevor die große Krise kommt: Für "Star Trek" wüsste ich eine Lösung. Lasst Leute ran, die diese Filme lieben. So wie die Macher von "Axanar". Ich freu mich derweil trotz aller Bedenken auf 2017. Da kommt Ridley Scotts "Alien: Covenant".

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