Verspätetes Halloween bei "Anne Will": Die Burka war da

Screenshot: ARD-Mediathek

Eigentlich gibt es keinen Grund, darüber zu schreiben. Sonntagabend. ARD. Talkshow. Anne Will. Belanglos. Irgendeine Frau, die glaubt, "Journalistin" zu sein, wenn sie "Interviews" mit Regierungschefinnen nach deren Wünschen führt. Kann weg. Oder? Letzten Sonntag nicht. Denn die Burka war da.

Vielleicht mag Anne Will ja Franz Kafka. In seiner Geschichte "Der Schlag ans Hoftor" beschreibt der Prager Meister des geschriebenen Albtraums die unwissentliche Überschreitung eines ihm unbekannten ungeschriebenen Gesetzes mit schlimmen Folgen. Das Hoftor hätte nicht berührt werden dürfen. Der Held der Geschichte wusste das nicht.

Anne Will hat auch ein Hoftor berührt. Sie hat die muslimische "Frauenbeauftragte" Nora Illi aus der Schweiz in ihre Show eingeladen. Stilecht, mit Burka. Die hat dann dort abgeliefert, was von ihr zu erwarten war. Es gibt viele Hoftüren, die in diesem Land nicht berührt werden dürfen. Eine davon ist die Burka. Insbesondere im Zusammenhang mit der dahinterstehenden Ideologie. Wir müssen alle so tun, als wär sie nicht da.

Jetzt ist die Aufregung groß. Henryk M. Broder, den ich sonst dafür schätze, dass er eigentlich an keiner Hoftür vorbeigeht ohne zu klopfen- der will jetzt sogar den Rundfunkbeitrag boykottieren. Es ist, als wäre ein paar Tage danach noch einmal Halloween gewesen- und echte Zombies waren da.

Die gibt es ja gar nicht wirklich. So wie die Burka. Sagt das ungeschriebene Gesetz vom Hoftor. Obwohl man sie auf den Strassen sehen kann. Der Bürger könnte aber beunruhigt werden. Denkt an Halloween. Nicht alles, was man sieht, ist auch da. Schaut lieber noch eine Folge "Traumschiff". Nur Realität ist böse. Nur in der gibt es sogar IS-Propaganda. Und wenn wir alle nur genug "Traumschiff" schauen, dann ist sie bestimmt gar nicht mehr da.

Oder wollen wir vielleicht verstehen, was da vorgeht? Dann müsste man ja wissen, was unter den komischen Verhüllungen da in den Köpfen so vorgeht. Das wäre dann aber Journalismus. Oder "Homeland". Oder der Tatort vor der Talkshow. In dem sich die Burka-Mädchen nicht zum üblichen öffentlich-rechtlichen Happy-End in der Lindenstraße beim Integrations-Häkeln trafen. Auch nicht mit blonden deutschen ZDF-Hausfrauen zum Demokratie-Seminar für fotogene Wilde. Also eigentlich nicht "Anne Will". Wir wollen keine Realität. Sie soll endlich weggehen. Wir wollen lieber Kind sein mit Angst vor der schwarzen Frau. Und Anne Will lädt Burkas zur Talkshow ein. Das Ende ist nah.

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