"The Crown" auf Netflix sucht noch nach Zuschauern

"The Crown" Foto: Netflix / Alex Bailey

Elizabeth II. hat ein Problem. Also nicht die echte, sondern ihre in Staffel eins noch sehr jugendliche Version bei Netflix. "The Crown", vom Streaming-Giganten mit großem Aufwand brilliant in Szene gesetzt, wird von den Netflix-Abonnenten, vorsichtig formuliert, wohl nur sehr zögerlich angenommen. Sagen jedenfalls die nicht unumstrittenen Zahlen von "Symphony Advanced Media", gemeldet vom Entertainment-Portal "The Wrap".

Gerade einmal 496.000 Zuschauer wollen die für die ersten drei Tage nach der Premiere der neuen Mega-Serie auf Netflix gemessen haben. Das ist sehr wenig auf dem US-Markt. Sogar weniger als die beste Amazon-Serie (The Man in The High Castle, 608.000) oder die vielleicht etwas vorschnell als Flop eingestufte und ebenfalls unglaublich aufwendige Hip Hop-Serie "The Get Down" mit 886.000 Zuschauern. Woran es liegt, ist schwer zu beschreiben. "Ist Downton Abbey, nur ohne Maggie Smith" war eine Meinung bei Twitter. Aber das allein kann es nicht sein.

Dass "The Crown" vermutlich eine etwas ältere Zielgruppe erreicht als der Netflix-Durchschnitt, stand hier ja schon einmal geschrieben. Und dass das vielleicht gar keine schlechte Idee ist, da es in dieser Zielgruppe noch mehr neue Abonnenten zu gewinnen gibt. Die ersten drei Tage allein sind nicht immer entscheidend. "Marvel"-Serien starten bei Netflix oft sehr stark und lassen dann nach- sie werden erwartet, von den Fans sofort "gebingewatcht" und das war es dann auch. Bei anderen Serien kommen die Zuschauer erst später in Scharen. Es besteht also noch Hoffnung. Aber enttäuschend ist das Ergebnis wohl schon.

Trotzdem zeigt sich Content-Boss Ted Sarandos von "The Crown" sehr begeistert. Betont noch einmal, dass es sechs Staffeln geben wird. Aber das macht er immer so. Für "Haters Back Off" zählte Symphony 538.000 Zuschauer. Das ist simple YouTube-Comedy von Abruf-Milliardärin Colleen Ballinger alias "Miranda Sings". Also weh tut das schon.

Und auch die "ältere Zielgruppe" kann es ganz allein wohl nicht sein. Denn das "House of Cards" eröffnete seine letzte Staffel mit stolzen 2.320.000 Zuschauern. Da muss man gar nicht auf die mehr als 7 Millionen von "Fuller House" schauen. Niemand produziert nur Erfolg in Serie. Und englischer Adel allein garantiert keine Quoten. Auch bei Netflix nicht.

Kommentare

Aktuell meist gelesen: