Milliarden für eigene Medien: Alibaba und das "Global Shopping Festival"

So ist China: Jeder Start braucht eine Zeremonie. Auf zum "Global Shopping Festival" 2016. Foto Alibaba Group

Solche Probleme kennt man dort nicht. Dem deutschen Handel aber war es im September zu warm. Irgendwas ist ja immer. Demnächst wird es vielleicht zu kalt sein. Oder zu nass. Die Deutschen wollen dann wieder nichts kaufen. Meinen die Händler. Wir sind eben keine Chinesen. Die haben gerade das "Global Shopping Festival" von Alibaba. Wir kaufen aus Verzweiflung über das Angebot im "Handel" dann Bratpfannen zum "Amazon Prime Day".

Was das mit Fernsehen zu tun hat? Na, alles. Es ist der Handel, der große Teile unseres Programms mit seiner Werbung finanziert. Bis hin zu den Serien, die Amazon für seine Prime-Kunden direkt produziert. Warum sie das tun und was sie damit vorhaben? Das wird man hier im Handels-Entwicklungsland nicht verstehen. Sondern nur dort, wo gerade die Zukunft des Handels erfunden wird. In Asien. Vor allem in China.

Von der Alibaba Group war hier ja schon mehrfach zu lesen. So wie vom großen Gesamt-Thema China auch. Während wir weiter einen "Rundfunk" regulieren, hat man dort den neuen und intelligenten Fernseher in all seinen Möglichkeiten begriffen. Dass der "Smart-TV" gar kein "Rundfunk" und kein "Fernsehen" mehr ist, sondern ein neues und digitales Fenster in eine ganze Welt. Noch ist das alles sehr "beta" und lange nicht fertig. Aber sie nehmen Geld in die Hand und probieren, was geht. Fangen eben einfach mal an.

Alibaba hat übrigens gerade seine Film- und Entertainment-Aktivitäten reorganisiert. Nein, nicht dass, was wir hier sofort bei "reorganisiert" denken. Besser organisiert. Der Teil des E-Commerce-Riesen heißt jetzt "Alibaba Digital Media and Entertainment". Und verfügt jetzt über so ungefähr anderthalb Milliarden US-Dollar mehr.

Am 11. November feiert Alibaba nun sein jährliches "Global Shopping Festival". Produkte aus der ganzen Welt sollen dabei an den chinesischen Konsumenten gebracht werden. Das ist ein Milliarden-Umsatz-Ereignis. Oder wie es Alibaba bezeichnet: "the world’s busiest and largest shopping day".

Entertainment, interaktive Inhalte, ja sogar Virtual Reality sollen die Chinesen zum Kauf animieren. Stundenlange Modenschauen im Livestream. Mehr als 600 Marken-Hersteller werden in den Tagen vorher live in Alibabas "Tmall" auf Sendung gehen. Mit "Buy+" soll es erstmals möglich sein, komplett in Virtual Reality Läden weltweit zu besuchen, Produkte anzuschauen, zu kaufen und zu bezahlen.

Da wächst etwas Neues zusammen. Katy Perry wird auch da sein und singen. Der Handel hier wartet auf das richtige Wetter. Welches das ist, weiß er vielleicht gar nicht. Auf jeden Fall ist er nicht wirklich dabei.

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