Gar nicht so schlecht: Mehr als 1,5 Millionen zahlen für YouTube Red

Screenshot: YouTube Red

Der Bildschirm ist jetzt dunkel. So wie im Kino- wenn die Werbung endlich vorbei ist und der Film nun gleich losgeht. Aus dem "YouTube Red ist in Deutschland derzeit nicht verfügbar" wurde mittlerweile "Deutschland - hier noch nicht verfügbar". Das klingt zeitlich irgendwie näher. Und so ist es wohl auch.

Denn die plötzliche Einigung zwischen YouTube und der GEMA ist sicher kein Zufall. YouTube Red gibt es gerade einmal in den USA, Mexiko, Australien und Neuseeland. Und nun ist unsere Auszeit wohl bald schon vorbei. Das "Lazer-Team" kommt. Deutschland ist dran.

Ein Jahr lang gibt es das YouTube-Abonnement anderswo jetzt schon in der Praxis. Da kann man mal schauen, was sich bisher so getan hat. Und "The Verge" hilft uns noch außen davor stehenden Deutschen ein wenig dabei. Denn "mehrere Quellen, die die Situation kennen" hätten dem Technik-Portal bisher Geheimes verraten. Nur 1,5 Millionen zahlende Abonnenten hatte der Dienst danach "im Spätsommer". Und eine Million, die noch "testen", aber nichts zahlen. Das sei nicht so toll. Und es zeige, wie schwer es sei, die an kostenloses Gucken gewöhnten YouTube-Zuschauer in zahlende Abonnenten zu verwandeln.

YouTube ließ "The Verge" dagegen wissen, man sei "happy" mit dem Wachstum von YouTube Red. Die Zahl der Abonnenten wachse von Monat zu Monat stark. Ich finde es auch bemerkenswert, wenn bereits anderthalb Millionen tatsächlich Abonnement-Gebühren für YouTube bezahlen. Es sei denn, sie zahlen für das Musikstreaming. Bis Ende des Jahres will YouTube Red zwar über 20 "Original"-Filme und Serien verfügen. Das ist aber kaum vergleichbar mit Hulu oder gar Netflix. Weder das "Lazer-Team" noch die "Red"-Angebote prominenter YouTuber können bisher wirklich ein Grund für ein Abonnement sein.

Investitionen in mehr Filme und Serien sind für 2017 schon angekündigt. Und mehr Marketing für YouTube Music. In Deutschland, so denke ich, wird es eher noch mühsamer werden. Der Musikstreaming-Markt braucht weitere Anbieter nicht wirklich. Und selbst die Content-Zauberer von Netflix haben es im Land des Rundfunkbeitrags recht schwer.

Trotzdem wird YouTube Red zu uns kommen. Selbst die "Hilfe"-Texte zum neuen Dienst liegen schon komplett auf Deutsch vor. Google hat einen langen Atem. Und YouTube hat ja noch sein "Free TV" mit den Einnahmen aus Werbung. Sie stehen nicht unter dem Druck, sofort Geld verdienen zu müssen. Da kann man YouTube Red einfach in Ruhe aufbauen. Bis es irgendwann passt. Ein neuer ernsthafter Konkurrent für die anderen ist damit schon recht nah.

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