"Depressiv und verwüstet": Hollywood nach dem Sieg von Donald Trump

Screenshot: Twitter / Paris Jackson

Man kann es auch übertreiben. So wie Paris Jackson. Die US-Wahl ist vorbei. Entgegen allen Voraussagen von denen, die etwas zu wissen glauben: Donald Trump hat gewonnen. Hollywood fühlt sich "depressiv und verwüstet". Man hatte doch eigentlich alles getan.

Selbst Madonna und Sting haben gegen das drohende Unheil angesungen. Es hat nicht geholfen. Miley Cyrus und Walter White, äh Bryan Cranston, wollen jetzt auswandern. Laut Robert de Niro ist der neue Präsident "dumm, ein Quatschkopf, ein Straßenköter, ein Schwein und ein Betrüger". Er würde ihm gern einmal "in die Fresse hauen".

In zwei Monaten ist Trump Präsident. Durch die hohen Hecken von Beverly Hills geistern jetzt vielleicht trübe Gedanken. Was, wenn er die Herausforderung annimmt? Ist er rachsüchtig? Obama und die Filmindustrie- das war echte Liebe. Und nun kommt der da. Wo ist Dr. Strange, wenn man ihn braucht? Ach ja, in den Kinos. Das Ende ist nah.

Es wird wirklich spannend. Trump hat nahezu sämtliche Handelsabkommen in Frage gestellt. Die gelten nicht nur, wie hierzulande oft dargestellt, für Industrie-Kram wie Autos, Socken und Töpfe. Sondern auch für Dienstleistungen. Und damit für Filme und Serien oder Streaming-Abonnements. Also eben auch für Netflix, Blockbuster wie "Dr. Strange" und Amazon.

Wird es neue und teure Grenzen geben? Auch virtuell? Nachteile für unartige Firmen? Amazon-Chef Jeff Bezos wollte Donald Trump per Rakete ins All schießen. Mit #sendDonaldtospace gab es dafür sogar einen Hashtag. Seine "Washington Post" berichtete ebenfalls nicht gerade freundlich. Trump schoss auch schon zurück: Die Washington Post, welche ein Vermögen verliere, sei doch nichts als ein Steuersparmodell für Amazon.

Ja, Steuern. Es gibt auch ein Kartellamt. Bezos und Amazon müssen jetzt hoffen: Trump ist nicht nachtragend. Ein Präsident ist mächtig. Hat sehr viele Möglichkeiten und Werkzeuge. Wahrscheinlich passiert nichts. Aber allein die Möglichkeit eines Ereignisses verändert die Welt auch real. Dr. Strange weiß das. Auf ins Kino- es lohnt sich. Die ganze Welt ist auch nur ein Comic von Marvel. Wir wissen es schon.

Selbst die Chinesen werden ziemlich nervös sein. Wer Milliarden investiert, mag keine Überraschungen. Und schon gar keine Unberechenbarkeit. USA, China und Hollywood- das Thema wird also jetzt noch spannender. Prognosen über den Ausgang sind dringend erbeten. Nur bitte nicht von Journalisten. Die haben uns fast ein Jahr lang erzählt, dass das, was jetzt passiert ist, gar nicht sein kann.

Na ja. "Die Realität, die du kennst, ist nur eine von vielen". So lernt es Dr. Strange gerade im Kino. Wir sind leider keine Super-Helden von Marvel. Und damit auf die Realität angewiesen, die wir haben. Präsident Donald Trump. Keine Ahnung wie- aber irgendwie lernen wir das schon.

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