Breitbart in Deutschland? Die Rückkehr der Wölfe.

Bisher "US only": Die Webseite "breitbart.com"

Eines der größten Missverständnisse unserer Zeit ist das Thema "Naturschutz". Niemand in Deutschland kann schützen, was es längst nicht mehr gibt. Mein Schwiegervater kam aus den "höheren" Gegenden von Thüringen. Geboren kurz nach dem Kaiserreich. Seine Berichte über die Umwelt seiner Kindheit konnten wir uns kaum noch vorstellen. Ich habe noch Kindheitserinnerungen an die 60er Jahre in einer sehr entlegenen Region. Deshalb kann ich glaubhaft versichern: Nirgends in Deutschland existiert noch eine "Natur". Das ist nur eine Fiktion.

Unser Land ist zu einhundert Prozent eine von Menschen nach ihren Wünschen geformte Plantage. Vielleicht hier und da auch ein Garten. Selbst die "Urwälder" sind letztlich von Menschen gemacht und gestaltet. "Natur" ist nur noch eine verblassende Erinnerung aus der Vergangenheit. Und bald ist niemand mehr da, der diese versunkene und unglaubliche Welt noch beschreiben kann.

Gerade freuen sich Naturschützer über die Rückkehr der Wölfe. Das ist so ein aus Unwissen entstehender Irrtum. Es kann nicht funktionieren. Die Natur, zu der der Wolf einst gehörte- sie ist nicht mehr da. Kann sein, dass er sich wieder etablieren kann. Dann wird es schmerzhaft und teuer. Den Preis werden wir dann bezahlen müssen. Mit Geld für entstehende Schäden und auch noch schmerzhafter. Denn ja, der Wolf ist menschenscheu. Trotzdem sind wir für ihn nur ein großes Tier von vielen. Und das kann man jagen- vor allem, wenn es alt, krank oder noch klein ist. Die Natur bleibt trotzdem nach wie vor eine Fiktion.

In den USA gibt es hier und da noch Natur. Es sind auch nur noch Reste. Dort leben noch Wölfe. Keine Rückkehrer. Sie waren immer schon da. So wie in der Umwelt, so ist es auch in den Medien. Die Artenvielfalt schwindet. Auch die Medienlandschaft wird Schritt für Schritt zur krankheitsanfälligen und öden Plantage, über der sich die Windräder drehen. Da sind wir in Deutschland sogar schon weiter als in den USA.

Andrew Breitbart ist vor vier Jahren gestorben. Er war in den USA einer der letzten Wölfe im Mediengeschäft. Frei von irgendwelchen Hemmungen. Wild. Stets beißfreudig, immer hungrig. Und im Kopf das konservative Idealbild einer Gesellschaft der vergangenen Zeit. Als Blogger, Journalist und einstiger Mitbegründer der "Huffington Post" genauso wie als gnadenloser Kämpfer gegen den "Mainstream". Sein Vermächtnis ist ein Medium mit seinem Namen. Dessen Macher in seinem Geist unermüdlich weitermachen. Die mit (fast) allen Mitteln arbeitende ultrakonservative Webseite von "breitbart.com".

Die kämpfte im US-Wahlkampf fast allein gegen all die "großen" Medien von "New York Times" bis CNN für Trump gegen Hillary Clinton. Trump hat gewonnen. Andrew Breitbart, obwohl längst schon tot, hat daran keinen geringen Anteil.

Jetzt verdichten sich die Gerüchte über eine Ankunft der "Breitbart News" auch in Deutschland. Egal. Vergleichbar intelligente Macher mit ähnlichem Potential wie "drüben" werden sie bei uns doch nicht finden. Genau wie das "linke" Gegenstück "Vice", dessen deutscher Ableger bisher nur eine Karikatur des US-Vorbilds blieb.

Und wenn doch? Na ja. In einer deutschen Medien-Umwelt, in der selbst harmlose konservative Witzemacher für einen Aufruhr reichen, in diesem Ökosystem gibt es bisher nur Schafe. Egal ob beim ZDF, beim Spiegel oder bei Springer und BILD. Selbst für die Aluhüte vom Kopp-Verlag oder Tichy mit seinem konservativen "Einblick": Die Ankunft eines echten "Breitbart" wäre die Ankunft eines Rudel Wölfe im Streichelzoo.

Andrew Breitbart ist tot. Aber noch aus dem Grabe heraus... John Podesta war zuletzt Wahlkampf-Manager bei Hillary Clinton. Ja, der graue dünne Herr mit Brille, der die bombastische demokratische Sieges-Party diese Woche nach Hause zum Schlafen schickte. Mehr sag ich mal nicht dazu.

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