Roku mit neuen Playern - auch im "Direct Publisher"- Partnerprogramm

"Rolling Stone"-Channel bei Roku TV

Die kleinen Streamer von Roku gibt es ja leider nicht bei uns- höchstens in einer sehr rudimentären Form als "Sky Online TV Box". Deshalb ist hier dazu nur etwas zu lesen, wenn es wirklich Neues zu berichten gibt. Jetzt ist da sehr viel Neues.

Überhaupt scheint auf dem US-Streaming-Markt gerade so etwas wie ein Armageddon auszubrechen. "Amazon Video Direct" hat beispielsweise zum ersten Mal seine Charts herausgegeben. "Einige Milliarden Minuten" lang hätten sich die Amazon-Gucker bereits "Partner-Content" beim E-Commerce-Riesen angeschaut. Die Chinesen kommen. Facebook streamt alle und Alles. Und Netflix kämpft mit Milliarden-Investitionen ins Programm gegen eine mögliche Übernahme. Und egal was passiert, YouTube ist als weiterer Elefant im Raum immer irgendwie da.

Bei diesem Getümmel stehen Player wie Roku nicht unbedingt im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aber auch dort tut sich möglicherweise Großes. Zuerst hat Roku vorige Woche sein Hardware-Angebot komplett erneuert. Es gibt jetzt Roku-Streamer für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel. Die Palette der neuen Geräte beginnt beim einfachen HD-Streamer "Roku Express" für ganze 29,99 Dollar und endet beim Rundum-Glücklichmacher "Roku Ultra" für 129,99 mit UHD, HDR und Dolby Vision, der auf Knopfdruck sogar anzeigt, in welcher Couchritze gestern Abend die Fernbedienung abhanden gekommen ist.

Dazu gibt es bei Roku nun auch das "Direct Publisher" Programm, welches Anbietern von Bewegtbild-Inhalten aller Art erlaubt, auf die Fernseher in den "mehr als zehn Millionen" Haushalten mit Roku-Player zu kommen. Dafür müssen sie zwar eine Gebühr an Roku bezahlen- bekommen aber den Zugang zur Werbevermarktung von Roku. Und da gibt es immerhin 60% Anteil für die "Publisher" statt der einst von YouTube eingeführten 55 Prozent, die auch Amazon zahlt.

Das kostenlose und werbefinanzierte Fernsehen sei der am schnellsten wachsende Bereich bei Roku. Ein "Roku Audience Network" gibt es dafür seit 2014 und es sei nun eine der größten und effektivsten Werbeplattformen. Immerhin 30% aller Streaming-Spots sollen in den USA mittlerweile über die Roku-Plattform laufen.

Player für 29 Dollar. Durch Werbung finanziertes Programm im rasanten Wachstum. Nicht nur Abonnements. Interessant. Von "Mashable" bis "Rolling Stone" sind schon etliche Anbieter auf die neue Plattform aufgesprungen.

Roku allein ist noch kein Armageddon. Selbst Amazon nicht. Aber die Wucht und unglaubliche Masse täglich neuer und interessanter Streaming-Angebote vereint sich zumindest auf dem US-Markt langsam zu einem Bewegtbild-Tsunami, der große Teile des traditionellen Fernsehens einfach hinwegspülen könnte.

Ein fester Bestandteil des typischen Katastrophenfilms ist der Unglaube der Verantwortlichen angesichts immer deutlicher werdender "Vorzeichen". Glaubt es ruhig, liebe klassische Fernsehsender: Ihr braucht diese Männer. Und möglicherweise schnell.

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