Jetzt auch auf dem US-Markt: Amazon verändert die Streaming-Realität

Foto: Amazon

Die Zukunft gehört denen, die sie verändern. Amazons Prestige-Serie "The Man in the High Castle" kommt in deutscher Sprache am 13. Januar zurück. Die Serie basiert auf dem Roman "Das Orakel vom Berge" von Philip K. Dick und erzählt die Geschichte einer alternativen Welt, in der die Alliierten den zweiten Weltkrieg gegen Japan und Nazi-Deutschland verloren haben. In der zweiten Staffel hängt nun der brüchige Frieden zwischen Deutschland und Japan am seidenen Faden. Ein neuer Krieg droht- und Japan steht kurz davor, Pläne für eine Atombombe zu verwirklichen.

"The Man in the High Castle" ist laut Amazon das "bislang weltweit am meisten gestreamte Amazon Original". Und die Analysten von eMarketer haben für uns vom US-Markt für Streaming neue und sehr interessante Zahlen. Netflix wächst dort weiter, ja, zuletzt sogar besser als gedacht. Aber noch schneller als Netflix wächst Amazon Prime.

Nun ist Amazon mit den Zahlen zur Nutzung seines Prime-Abonnements, sagen wir mal, etwas zurückhaltend. Also nichts genaues weiß man nicht. Die Deutschen lieben Amazon Prime sowieso. Hier ist das Angebot auch mit 49 Euro im Jahr noch recht billig. In den USA kostet es immerhin schon 99 Dollar im Jahr- also fast das Doppelte. Und war lange Zeit eher ein Nischen-Programm.

Die aktuelle Analyse von eMarketer für den US-Markt geht davon aus, dass pro Streaming-Abonnement etwa 2,5 Leute das Angebot nutzen- egal ob Netflix oder Amazon. Derzeit ermittelt eMarketer per Befragung für Amazon Prime Video auf dem US-Markt 76,2 Millionen Nutzer. Das ist noch etwa ein Drittel weniger als Netflix- aber stolze 16,5 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Damit wächst die Nutzung von Amazon deutlich schneller. Und wenn die Annahme mit den jeweils 2,5 Nutzern stimmt, dann auch bei den für "Prime" zahlenden Abonnements. Zwar ist das Wachsen für den E-Commerce-Riesen auch noch etwas einfacher als für Netflix- es gibt auf dem US-Markt eben noch mehr Kunden da draußen, die noch kein Abonnement haben. Aber es wird trotzdem deutlich: Amazon Prime Video ist jetzt auch dort ein Riesen-Erfolg.

Dafür haben die Analysten mehrere Gründe gefunden. Mit geschätzten 3,2 Milliarden Dollar in diesem Jahr investiert auch Amazon wie nie zuvor in eigene Produktionen wie eben "The Man in the High Castle". Das ist zwar erst halb soviel wie Netflix. Aber trotzdem schon vergleichbar viel wie große TV-Sender. Und auf dem OTT-Markt für Streaming Video reicht das für einen klaren Platz zwei.

Für den US-Markt war es wichtig, so "eMarketer", das "Prime"-Abonnement auch auf monatlicher Basis bereit zu stellen. Aber der Hauptgrund für das Amazon-Wachstum sei noch ein ganz anderer: Der Riesen-Erfolg des "Fire TV". Amazons Streaming-Hardware wächst auf dem US-Markt auch deutlich schneller als die Konkurrenz von Chromecast, Roku oder dem mittlerweile völlig abgemeldeten "Apple TV". Und bringt eben den Video-Content von Amazon natürlich in prominenter Platzierung gleich in die Haushalte mit. Das "Bundle", nicht nur Amazon hat es erkannt, hat eben sehr viel Potential.

Es entstehen auf dem Markt des "New TV" gerade zwei neue Imperien. Vielleicht bietet nicht nur "The Man in the High Castle" bald eine neue Realität für die Welt.

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