Fördern und fordern: Wanda-Lektionen für Hollywood

Foto: Wanda Group

Die Teilnahme am Event erfolgte auf Einladung. Da stehen sie und warten auf Einlass ins Los Angeles County Museum of Art. Eingeladen hatte gestern die "Wanda Group" zum "China Film Summit". Und Hollywood kam und hörte zu, was Wanda-Chairman Wang Jianlin zu verkünden hatte.

Es kam, wie es kommen musste. Die "gelbe Gefahr" für Hollywood wird wieder ein wenig konkreter. Und jetzt kommt zum gelb auch noch ein kleiner Schuss rot mit dazu. "Chinas Wanda hat eine Möhre für Hollywood", so sah es jedenfalls die "New York Times". Denn Wang Jianlin promotete direkt in L.A. sein im Entstehen begriffenes "Qingdao Movie Metropolis" und die darin enthaltenen "Wanda Studios" gleich mit dazu.

Was bringt Film und Filmproduktion dahin, wo sonst keine wäre? Na klar, Fördermittel. Oder "Incentives", wie sie es in Hollywood so viel vornehmer umschreiben würden. Und genau das hatte der chinesische "Chairman" mit im Gepäck. Und wusste so schon vorher, dass US-Filmemacher ihm sehr interessiert zuhören werden.

Zuerst verwies Wang Jianlin auf den großen chinesischen Filmmarkt und das zu erwartende weitere Wachstum. Wie könnte Hollywood davon profitieren? Und dann kam eine chinesisch-selbstbewusste Ansage, bei der manch einem US-Patrioten die Ohren geklungen haben dürften.

Zunächst einmal, so der Chairman, sollte Hollywood die Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen verstärken. Sie müssten den chinesischen Markt verstehen, um von diesem Markt profitieren zu können. Viele US-Filmproduzenten dächten, sie verstünden China. In Wirklichkeit jedoch, so sei seine langjährige Erfahrung im Gespräch mit Hollywood, gäbe es einen erheblichen Mangel an Film-Profis, die China wirklich verstehen. Noch schwerer sei es, Leute zu finden, die sowohl China als auch die USA verstünden.

Der beste Weg, um dieses Problem zu lösen, sei für US-Unternehmen die stärkere Zusammenarbeit mit chinesischen Unternehmen bei Finanzierung, Produktion oder Technologie. Die Kooperation mit chinesischen Firmen und Filmemachern sei ein sehr effektiver Weg, um einen chinesischen Marktanteil zu gewinnen.

Dann müsse es mehr "chinesische Bestandteile" in den Filmen geben. Dabei betone er, so Wang Jianlin, dass er aus rein geschäftlicher Perspektive spreche und keine politische Motivation habe. Er sei Geschäftsmann mit dem Ziel, im Geschäft erfolgreich zu sein und spreche nur davon, Gewinn zu erzielen.

Da der chinesische Markt sein robustes Wachstum fortsetze, werde er zum wichtigsten Filmmarkt werden- und wer von diesem Markt profitieren wolle, der müsse das chinesische Publikum verstehen. Er müsse diesen Zuschauern gefallen und ihre Herzen gewinnen. Der beste Weg um dies zu erreichen, sei mehr "chinesische Elemente" in die US-Filme und Blockbuster einzubringen, um ihre Geschichten für ein chinesisches Publikum relevanter zu machen.

"Sie können nicht erwarten, nur das Geld vom Markt zu verdienen, während sie gleichzeitig das chinesische Publikum und dessen Geschmack ignorieren um damit, wie einige Politiker in den USA es fordern, die 'Unabhängigkeit' der Filme aufrecht zu erhalten. Eine solche Ansicht ist gegen den gesunden Menschenverstand. Das meine ich, wenn ich sage, Geschäft ist Geschäft. Wir verbessern es nicht politisch."

Nun kann Hollywood entscheiden, ob die Möhre eine Möhre oder gar eine Kröte ist. In jedem Fall gibt es jetzt dazu in den Wanda-Studios in Quingdao ein rekordverdächtiges Fördermittel-Paket. Bis zu 40 Prozent der Kosten eines dort produzierten Blockbusters werden von Wanda zusammen mit der Provinzregierung dazu bezahlt. Maximal stehen 150 Millionen US-Dollar pro Jahr und 18 Millionen für einen einzelnen Film zur Verfügung. Ein Komitee aus Wanda- und Regierungsvertretern entscheidet.

Na dann. Zwei Blockbuster-Produktionen der Wanda-Tochter Legendary sind schon unterwegs in Richtung Wanda-Studios Quingdao. Es gibt einen neuen "Godzilla" und nach langem Warten jetzt endlich "Pacific Rim 2". Das passt.

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