Das Imperien-Monopoly: AT&T will Time Warner kaufen

Foto: AT&T

Man stelle sich vor, die Telekom würde die RTL Group übernehmen. Oder ProSiebenSat1. Und dass der Telekom das Kabelfernsehen von Kabel Deutschland noch immer gehört und die Satelliten von Astra gleich auch noch dazu. Dann hat man ungefähr eine deutsche Vorstellung davon, was eine Übernahme von Time Warner durch AT&T bedeutet.

Was soll das? Der Deal könnte AT&T, so die Spekulanten, immerhin so um die 85 Milliarden Dollar kosten. Die "New York Times" hat für die schwierige Frage schon einmal zumindest eine passende Antwort: AT&T baut an einem eigenen Imperium. Was kennzeichnet ein Imperium? Na ja- Macht zum Beispiel. Und natürlich Größe. Und irgendwann, früher oder später, fast immer der Traum von einem Todesstern gegen die Sch... Konkurrenz.

Und wie baut man einen Todesstern? Man braucht einen fähigen Konstrukteur. Und einen guten Plan. Wie Netflix zum Beispiel. Die bauen an einem riesigen Todesstern aus Serien, Filmen und Programmen, der den Planeten der Fernsehsender irgendwann einfach wegblasen soll. Ganz einfach, weil denen dann irgendwann die Ressourcen fehlen, um noch konkurrenzfähig zu sein.

Oder wie Amazon. Die bauen in ihr ultimatives planetares Einkaufzentrum auch immer mehr Kinos und Konzertsäle ein. Auch das wird so eine Art Todesstern. Der muss gar nicht schießen. Die anderen Händler-Planeten verdorren einfach irgendwann, weil ihre Bevölkerung, die Kunden, aus dem Amazon-Stern gar nicht mehr rauskommt.

AT&T bekommt mit Time Warner sehr viele schöne neue Inhalte. Filmstudios wie die Warner Bros. Die "Game of Thrones"-Macher von HBO. Oder auch die einzige Konkurrenz für Marvel, die Bat- und Supermänner von DC Comics.

Ob sich das lohnt? Na klar doch. Das "DirecTV" von AT&T verkauft sich schon mit dem inclusiven "NFL Sunday Ticket" ganz einfach besser. Und die Entwicklung von Netflix zeigt es doch auch: Nur mit attraktivem Programm, welches man selbst kontrolliert, kann man die Konkurrenz so richtig ärgern.

Von Google hört man gerade, dass sie bei YouTube auch Fernsehen anbieten wollen. CBS sei schon an Bord. Auch Facebook baut und baut an seinem Inhalte-Imperium. Nur das Apple-Imperium schläft nach wie vor. Dabei sollte die doch erst letzten Winter Time Warner kaufen.

Überall Imperien, wohin man auch schaut. Und alle basteln sie an ihrem Todesstern. Wo sind eigentlich die Rebellen? Gibt es überhaupt welche? Na ja- zu Weihnachten sind sie zurück. Und klauen den Plan vom Todesstern. Obwohl: "Rogue One: A Star Wars Story" ist jetzt ja von Disney. Und Disney ist ein- na ja. Vielleicht wollen sie uns ja bloß täuschen. Und mit dem Plan selbst einen Todesstern bauen...

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