Amazon, Netflix, whatever- die Streaming-TV Highlights im November.

Wieder da: Die Gilmore Girls. Foto: Netflix

Ich mag Sylvester Stallone. Er verbraucht weniger Worte für eine komplette und glanzvolle Hollywood-Karriere über Jahrzehnte hinweg als die "Gilmore Girls" für nur eine Staffel. Okay, alles was irgendwann einmal gut war, kommt wohl gerade zurück. So auch die "Gilmore Girls"- dank Netflix. Der globale Absatz an Ohr-Stöpseln wird sicher steigen. Vor allem für Jungs.

Die werden in diesem Monat eher Amazon Prime Video lieben. Nein, nicht wegen dem "Original" "Good Girls Revolt". Die neue Serie ist nur ein eingelöstes Versprechen aus einer vorjährigen "Pilot-Season". Sondern wegen den drei britischen Herren in den besten Jahren. Ab 18. November ist es soweit: Clarkson, Hammond and May sind zurück und starten "The Grand Tour". Mit ihrem großen Studiozelt touren sie nun rund um die Welt, um an den "aufregendsten Orten" des Globus "High-Speed-Unterhaltung mit Vollgas" abzuliefern. Das wird laut. Gebt den Mädchen ein paar von den Ohr-Stöpseln ab.

Das sind für November ja schon zwei Eigenproduktionen.von Amazon. Aber längst noch nicht alles. Der Amazon-Stau scheint plötzlich aufgelöst und jede Menge frisches Material strömt auf die Plattform. So gibt es mit "Goliath" noch eine weitere neue "Original"-Serie im November auch auf deutsch. Billy Bob Thornton spielt einen heruntergekommenen Anwalt, dessen einzige Chance seinen Ruf wiederherzustellen darin besteht, Gerechtigkeit zu finden - in einem System, in dem Wahrheit längst nur noch eine Ware ist und sich die Waage der Justiz immer mehr zur Seite der Reichen und Mächtigen neigt.

Die vierte Staffel der "Vikings" geht weiter- ist ja fast auch schon so etwas wie ein "Amazon"-Original. Na ja, erst am 1. Dezember. Aber "Amazon exklusiv" sind im November auch noch die Staffel drei von "Halt and Catch Fire" sowie "Life in Pieces", die Staffel zwei.

Auch bei den Spielfilmen ist für jeden Geschmack was dabei. Mit "Heidi" geht es wieder mal auf die Alm, den Öhi spielt diesmal Bruno Ganz. In "Chappie" ist "Chappie" ein Roboter mit Herz und Hugh Jackman nicht "Wolverine" Logan, sondern ein richtig böser Bösewicht.

"Legend" ist ein englisch-französischer Thriller mit "Mad Max" Tom Hardy. Jennifer Lopez bekommt es mit "The Boy Next Door" zu tun. Der "Dude" Jeff Bridges jagt Geister in "Seventh Son". Und der "Prince of Persia" Jake Gyllenhaal ist als "Nightcrawler" unterwegs auf den Straßen von L.A.- jede Nacht hat dann ihren Preis. Dazu gibt es bei Amazon noch "Annie", "Die Trauzeugen AG" und "Plötzlich Gigolo". In dem verkauft Woody Allen John Turturro an Sharon Stone.

Netflix hat keine Auto fahrenden Briten, dafür aber "die" Britin der Briten überhaupt. "Rule, Britannia! Britannia rule the waves. Britons ne-he-hever will be slaves." Eine kleine Pause zum Singen muss da im November schon sein. Claire Foy jedenfalls fährt bei Netflix Kutsche und ist die junge Queen Elizabeth II. im "Netflix Original" Serien-Megaprojekt "The Crown". Alles was irgendwann einmal gut war, kommt wohl gerade zurück. Aber so aufwendig hat die Geschichte noch niemand gezeigt. Netflix hat (fast) alles gegeben. Staffel eins läuft ab 4. November. Dann wissen wir auch, ob das gut war.

Gilmore Girls. The Queen. Haben die nichts für mich? Und ob. Der SyFy-Channel in den USA hat es doch tatsächlich versucht, mit "Leviathan erwacht" von James Corey eine echte Space Opera als Serie zu verfilmen. Und es soll gelungen sein ! Und "Leviathan erwacht" ist, wie bei "Space Operas" allgemein üblich, natürlich nur Band 1 der, Überraschung, "Expanse-Serie" von Herrn Corey. Der wiederum ist in Wahrheit auch, wie bei "Space Operas" ebenfalls oft üblich, nur ein Pseudonym- in diesem Fall für die Herren Daniel Abraham und Ty Franck. Netflix hat sich nun die Serien-Rechte für Deutschland gesichert.

Und überhaupt, liebe Netflixe: Gerade werdet ihr von vielen Kunden für eure erste Staffel "Black Mirror" gefeiert, die für die Serie ja schon eine dritte ist. "Gilmore Girls"- ja, ok. Aber jetzt sind wieder die Jungs dran. Space Opera. Gelungen. Das Werk heißt "Expanse". Ihr wisst, was zu tun ist.

Mit "3%" bringt Netflix im November auch das erste Netflix-Original aus Brasilien zu uns. Und, noch eine Überraschung, es ist keine Telenovela aus der Tele-Favela. "3%" ist auch Science Fiction, keine Space Opera, dafür aber mit guter Geschichte und Hintergrund. Und der Trailer sieht richtig gut aus.

Kiefer Sutherland ist jetzt der "Designated Survivor". Das ist ein ABC-Serien-Blockbuster und bei uns ist der Platz für "Designated Survivors" bei Netflix. Genauso wie für die ITV-Serie "Paranoid". Oder "Rectify" vom "Sundance Channel". Die Netflix-Comedy "Lovesick" hat eine zweite Staffel. Und von "Roman Empire: Reign of Blood" wird eine sehr mysteriöse "Staffel 1" angekündigt. Sandalenkino? Doku? Keiner weiß, was es wirklich ist.

"Die wahren Memoiren eines internationalen Killers" ist ein neuer Netflix-Film. So wie "Divines" auch. Der erste ist eher lustig. Der zweite nicht. Lustig ist sicher auch nicht die Doku "The Ivory Game" zum Thema Elfenbein-Handel. Eher zum Lachen ist dagegen sicher "Nuhr in Berlin". Ja, der- Dieter.

Was bleibt? Spielfilme natürlich. Hat Netflix, jede Menge. Von "Pretty Woman" über diverse "Hangovers" bis zu den "Children of Men" ist da sicher für jeden was dabei. "Elizabeth" auch. Aber nichts wirklich Neues.

Und, na klar, Halloween. Amazon hat gerade 50 gut abgelagerte Grusels als "Freitagskino" für 99 Cent. Netflix hat jede Menge solcher Filme auch. Sie empfehlen uns aber: Schaut doch einfach nochmal "Stranger Things". Oder die "American Horror Story". Die geht Ende November mit Staffel fünf sogar bei Netflix noch weiter,

Aber lustiger als diese drei Zombies Herren kann das nicht sein.

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