Zu alt für YouTube: Sony Bravia-TV von 2012

Sony-Präsentation zur IFA 2016

Dieses Jahr standen bei Sony zur IFA mehr die Smartphones im Mittelpunkt. Das neue Xperia XZ und das Xperia X Compact sollen die japanische Traditionsmarke gegen den Ansturm der Xiaomis und Huaweis aus dem Land der Mitte verteidigen.

Zur Funkausstellung 2012, es ist gerade mal vier Jahre her, brachte Sony den KD-84X9005 mit. Und schrieb dazu: "Neben dem neuen BRAVIA Fernseher KD-84X9005 mit 213 Zentimetern Bildschirmdiagonale wirkt ein 32 Zoll TV fast wie ein digitaler Bilderrahmen. Über acht Millionen Pixel finden auf der Oberfläche des riesigen Bildschirms Platz. Zum Vergleich: Bei einem gewöhnlichen High Definition (HD) Fernseher sind es etwas mehr als zwei Millionen Pixel. Die Pixelzahl des neuen Boliden von Sony ist dank neuer Technologien viermal höher als bei Full HD Fernsehern. Experten sprechen beim KD-84X9005 Fernseher deshalb von 4K Auflösung."

Gut zwei Meter Bildschirmdiagonale gab es "damals" noch ausschließlich als Einzelstück für Besserverdiener. Um die 25.000 Euro war die Preisvorstellung. Aktuell hat Sony noch einmal etwas über den 84X9005 geschrieben. Er steht auf einer Liste. Der Liste der Sony-TV-Modelle aus dem Jahr 2012, die ab dem 30. September die YouTube TV-App nicht mehr anzeigen können. Der Grund: Wegen wachsender technischer Probleme. Nicht beim Fernseher. Jedenfalls nicht direkt. Es ist nur so, dass als "Resultat von Veränderungen" an der YouTube-App die "Fähigkeiten der Hardware" nicht mehr ausreichen, um ein ordnungsgemäßes Funktionieren zu gewährleisten. Es geht nicht nur dem teuren Nobel-Fernseher so. Weitere 50 "normalere" Bravia-"Smart TV" aus dem Jahr 2012 betrifft es auch.

Dafür muss man Sony erst einmal loben. Denn es gibt einen Support, der das ordentlich kommuniziert und den voraussichtlichen Kunden-Ärger für Sony dafür einsteckt. YouTube schraubt gerade schwer an seiner SmartTV-App. Alles soll schöner, schneller und besser bedienbar werden und sicherer (also verschlüsselt) auch. Den älteren SmartTV-Prozessoren rund um den Globus geht jedoch dabei die Puste aus. Und es wird gewiss nicht nur Sony betreffen. Bei vielen anderen Herstellern kümmert sich aber längst keiner mehr um das Funktionieren von Geräten Baujahr 2012.

Ich habe gerade mein Smartphone erneuert. Das war ein fünf Jahre altes "Nexus S", direkt von Google, und ich habe es geliebt. Auch noch, als es nach gut drei Jahren immer langsamer wurde. Der Akku hielt sensationell bis zum Schluss einen ganzen Tag durch. Nur das Innere war am Ende schlicht und einfach zerbröselt.

Für ungefähr gut 200 Euro hab ich jetzt so ein Trendy-Huawei. Starkes Teil. Die gesparten 200 Euro lege ich zur Seite für das neue Handy- so etwa in drei Jahren, schätze ich. Genauso ist es bei Laptops. Es lohnt sich nicht mehr, dafür Geld auszugeben. In etwa drei Jahren ist er kaputt. Und genau diese Entwicklung erwartet uns wohl auch beim Smart-TV.

Nun ja. Wer auf dem 25.000 Euro-Sony von 2012 nun unbedingt noch YouTube gucken will, braucht nur einen Chromecast oder FireTV-Stick und es geht für ein paar Euro viel besser als vorher. Die rasante technische Entwicklung macht Investitionen in Qualität irgendwie sinnlos.

Vielleicht ist ja auch der "dumme TV" von Vizio quasi vizio-när. Ich habe zwar keinen 25.000 Euro-TV, aber fünf Jahre ist er bald auch. Und er war nicht ganz billig. Dafür kann das grandiose (und nicht kleine) LG-Display auch heute noch locker mithalten. Den ganzen Fernseher wegzuwerfen, nur weil der "smarte" Teil des TV längst veraltet ist, erscheint mir irgendwie dekadent. Wenn die Abende jetzt dunkler und fernsehfreundlicher werden, dann bekommt er einen Stick als Geh-Hilfe spendiert. Zwar funktioniert auch der SmartTV-Support von LG, von DAZN bis Amazon, Netflix und (noch) YouTube ist alles dabei und benutzbar. Ich weiß aber auch, wie es bei aktuellen Geräten funktioniert.

Wenn Eure YouTube-App auf dem SmartTV noch so aussieht, dann müsst ihr Euch (noch) keine Sorgen machen:

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