Netflix will "The Crown"- mit viel Geld und "The Ultimate Beastmaster"

Foto: Netflix /Alex Bailey

Das war teuer. Sehr teuer. Sicher ist es im digitalen Zeitalter leichter geworden, die Welt der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Film wieder auferstehen zu lassen. Aber es ist nicht irgendeine Welt. Keine Welt aus dunklen Hinterhöfen mit zwei oder drei handelnden Personen. Keine Welt, die irgendwo als Straßen-Kulisse aus Sperrholz und Pappe in irgendeinem Filmstudio herumsteht. Es ist die Welt der jungen Queen Elizabeth. Eine Welt der prunkvollen Paläste, pompöser Inszenierungen und voller Statisten in edlem und teuren Kostüm.

Netflix hat das Abenteuer gewagt, denn Netflix will "The Crown". Und den eindrucksvollen Auftritt vor Publikum beherrschen die dort Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit. So wie gerade auch wieder "Chief Content Officer" Ted Sarandos, passenderweise auf einer Konferenz der "Royal Television Society" in London.

Netflix habe das Geld, um in Programme zu investieren, die die Marke stärken. Eben solche Programme wie die Serie "The Crown", die, so Sarandos, "auf einem Niveau produziert wurde, von dem ich nicht glaube, dass es viele Fernsehsender erreichen können". Boah, ey. Klingt ein wenig wie 'kniet nieder, ihr Loser, "The Crown" gebührt uns'.

Und für die ewigen Zweifler gibt es gleich noch einen obendrauf. "Da wir ein großes und globales Publikum erreichen und es eine tolle Geschichte ist, können wir stark in ein lokales Projekt wie dieses investieren. 'The Get Down' war auch ein teures Projekt und Baz Luhrmanns Filme funktionieren überall auf der Welt, es ist großartig."

Selbst bei Summen über 100 Millionen Dollar sei ein Investment wie "The Crown" oft effektiver als die mit dem Einkauf von Lizenzprogrammen verbundenen Kosten und Komplikationen. Eigene Inhalte seien so wertvoll, weil sie den Unterschied zwischen Netflix und einem einfachen Weiterverkäufer von Programm darstellten.

Und die Netflix-Offensive mit selbst produzierten Programmen geht weiter- egal ob mit Serien, Kinofilmen oder noch mehr. Und das "noch mehr" war bei Ted Sarandos in London besonders interessant. Eine weitere Bastion des "klassischen Fernsehens" soll fallen. "Wir werden verstärkt in 'unscripted'-Programme einsteigen." Etwa zwanzig Projekte seien in verschiedenen Stadien der Konzeption oder bereits der Produktion unterwegs.

"Unscripted" sind Programme ohne Drehbuch- also Game-Shows, Talk-Shows und komischerweise auch das, was bei uns "Scripted Reality" heißt. Also wenn man zum Beispiel die Schwiegertochter sucht oder das Leben merkwürdige Leute bei vielerlei seltsamen Spielen beobachtet. Zum Beispiel wenn Sylvester Stallone demnächst für Netflix "The Ultimate Beastmaster" sucht.

Denn den muss man wohl hin und wieder haben, wenn man "The Crown" erringen und dann auch behalten will. Das weiß bestimmt auch Elisabeth. Ich sag nur: Die Schöne, der Mann mit den Ohren und die Frau mit dem Charakter-Gesicht. Wer das Biest ist, mag dann die Serie beurteilen. Aber so weit geht es in Staffel eins noch nicht.

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