Mehr Projekte als Produkte? Die Amazon-Studios stehen noch im Stau.

Foto: Amazon Studios

"One Mississippi" kommt als "Amazon Original" im Oktober zu den Nutzern von Amazons Prime Video. Die Serie, so Amazon, "basiert auf realen Ereignissen im Leben von Komikerin und Hauptdarstellerin Tig Notaro. Tig kehrt nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter in ihre Heimatstadt in Mississippi zurück. Was für sie als bloße Verwaltung des Nachlasses ihrer Mutter beginnt, wird bald zu einer ergreifenden, urkomischen und überraschenden Reise in ihre eigene Vergangenheit."

Als "Amazon Pilot" erblickte das Werk irgendwann Ende vergangenen Jahres das Licht der Streaming-Welt und soll vom Publikum "positiv" bewertet worden sein. Das ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Und nun gibt es halt die Serie. Hmmh. Okay. Das ist jetzt mein ganz persönlicher Eindruck: Die Auswahl der Piloten durch die Zuschauer bei Amazon ist, sagen wir mal, nicht durchgehend "Transparent".

Es gibt immer wieder "Piloten" zu bestaunen. Dann gibt es ein Ergebnis. Als Mitteilung von Amazon. Zahlen werden, wie das bei den Streaming-Anbietern halt nun mal so ist, nicht genannt. Und, wie soll ich es ausdrücken, es gibt deutlich mehr Ergebnisse als fertige Serien im Programm. Oder so: Da sind noch einige Versprechungen nicht eingelöst. Oder so: Es gibt anscheinend so etwas wie einen kleinen Produktions-Stau.

Von den Gewinner-Piloten des Vorjahres hab ich noch nicht viel gesehen. Das ist jetzt nichts Außergewöhnliches. Die Produktion von Serien dauert. Die Produktion von Qualität oft noch länger. Die Zusammenarbeit mit guten Kreativen ist schwierig. Das mussten wohl auch die Amazon-Studios als Neulinge auf diesem Markt einst recht schnell erfahren, als mit "The After" eines der ersten großen Vorhaben mit lautem Knall platzte. Wer danach die neuen "Akte X"-Folgen vom gleichen "Macher" gesehen hat, der hat auch so eine Ahnung, warum.

Egal. Die aktuelle Pilot-Season bei Amazon ist entschieden und sie war, na klar, "die meist gesehene aller Zeiten". Es gab sogar eine Guck-Session auf Amazons Gamer-Portal Twitch. Das Ergebnis ist Amazon-typisch politisch korrekt: Alle sind Sieger. Der von mir mit Spannung erwartete Showdown zwischen Kritikern und Zuschauern blieb aus.

Also geht jetzt nicht nur der Kritiker-Favorit "I love Dick" mit Kevin Bacon in Serie, sondern auch Jean-Claude Van Damme darf als "Jean-Claude Van Johnson" auf eine dauerhafte Wiedereingliederung ins Berufsleben als Profi-Killer hoffen. Und sogar das mir völlig rätselhafte (und deshalb noch nicht beschriebene) Serien-Projekt "The Tick" soll zu den Amazon-Kunden kommen.

Okay, es ist sicher an der Zeit, mal eine Persiflage auf Marvel-Helden zu drehen. Aber wenn bei "The Tick" der Super-Held aussieht wie eine große blaue Biene Maja mit Bauch, finde ich das allein noch nicht lustig.

Jedenfalls haben die Amazon-Studios jetzt drei neue Produktions-Aufträge auf dem Tisch. Und da liegt nicht nur aus dem Vorjahr, sondern auch aus dem Sommer schon allerhand drauf. Das sind nicht die Piloten allein- da sind auch einige andere interessante Neu-Aufträge und weitere Staffeln bereits laufender Projekte dabei.

Jetzt warten wir mal auf Fertiges. Mehr von "The Man in the High Castle" als Weihnachts-Programm zum Beispiel. Und hoffentlich bald mehr.

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