Hin und her bei Google: YouTube soll wieder sozialer werden

Screenshot: YouTube / vlogbrothers

In der "Zeit" ist derzeit ein interessantes Interview mit einem Herrn zu lesen, der den schönen Namen Antonio García Martínez trägt. Da deutsche Zeitungen gerade mal wieder darüber diskutieren, zukünftig selbst für solche Links Geld abstauben zu wollen, verlinken wir es hier mal nicht. Ätsch. Aber interessant ist es trotzdem.

Herr Martinez hatte für eine überschaubare Zeit seines Lebens die Ehre, bei Facebook zu arbeiten. Ziemlich nah dran am Auge des Sturms- da, wo der Zuckerberg sitzt. Jetzt hat er ein Buch darüber geschrieben. Und wir können uns nun endlich beruhigt zurücklehnen. Denn es gibt gar nichts Mythisches im Silicon Valley. Das Innenleben der großen Unternehmen dort ist nicht anders als bei uns auch. Also ziemlich paranoid, intrigant und immer kurz vor dem Zustand "völlig verrückt".

Facebook, also Mark Zuckerberg, hat ja für seine Plattform vor einiger Zeit das Video entdeckt. Und er hat damit Erfolg. Mittlerweile nervt es fast schon wieder- überall blinkt es rot bei Facebook, nur weil irgendwo irgendwas live ist. Genau das aber wiederum ist für viele ein Ansporn, jetzt endlich auch mit bewegten Bildern direkt online zu gehen. So kann man schöne rote Nachrichten-Flaggen unter die "Gefälltmirs" bringen, um sie sofort anzulocken.

Herr Martinez berichtet, dass bei Facebook die Hölle los war, als Google einst mit seinem "Google+" an den Start ging. Da waren viele tolle Ideen dabei, die Facebook das Leben erschweren sollten. Auch die Idee, YouTube mit Google+ direkt zu verbinden und so ein Social Network mit dem Schwerpunkt Video zu schaffen. Also die Idee, die Mark Zuckerberg ein Jahr später auch hatte.

Als man alle YouTuber durch den ultimativen GooglePlus-Zwang genug geärgert hatte, überlegte man es sich bei Google wieder anders. Jetzt ist YouTube groß, aber kein richtiges Social Network. Das ist auch wieder irgendwie doof. In der Google-Zentrale muss es so sein wie bei Facebook. Bei YouTube jedenfalls führt man nun das, was man mit Google+ längst schon mal hatte, wiederum ein. Nur schlechter, auf den ersten Blick wenig durchdacht und noch nicht für alle.

Ausgesuchte YouTube-Partner bekommen jedenfalls derzeit auf ihren Kanälen als Ersatz für den Bereich "Diskussion" den Reiter "Community". Dort können die YouTuber dann, so YouTube, "beyond Video" gehen. Und neben Videos nun auch Texte, Bilder GIF's und andere tolle Sachen posten, um diese dann zusammen mit der "Community" social gern zu haben, zu bequatschen, teilen und auszutauschen.

Yeah. Mehr YouTuber sollen es bekommen, mehr Features und Funktionen sind in Arbeit. "Backstage" soll intern der Arbeitstitel für das neue "Social Network" mit Schwerpunkt Smartphone sein. Das ist schön. Oder, wie es im Silicon Valley heißen würde, mindestens amazing, wenn nicht gar exciting. Die "Vlogbrothers" sind auch schon begeistert. Was Mark Zuckerberg dazu sagt, ist noch nicht bekannt.

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