Das könnte weh tun: Amazon Echo erreicht nun auch Deutschland.

Foto: Amazon

Das Ding könnte einigen vielleicht bald richtig weh tun. Nach den ersten Erfahrungen aus den USA sogar schon sehr bald. Dem deutschen Einzelhandel, der ohnehin von Tengelmann bis Wöhrl ums Überleben kämpft. Den Datenschützern, für die das Ding wie der leibhaftige Teufel persönlich erscheinen muss. Und auch den Medien, die gerade über die EU wieder einmal versuchen, "Leistungsschutzrecht" von Google & Co. zu kassieren für Dienste wie "Google News", die ohnehin längst auf der "kann wegfallen"-Liste der Erbauer der künstlichen Intelligenz in der Cloud stehen.

Obwohl die üblichen Medien-Verdächtigen von "Bild" bis zum "Spiegel" zum Deutschland-Start von Amazon Echo natürlich mit ihren Nachrichten sofort bereit stehen. Am 26. Oktober geht's los und die ersten Pakete gehen an die deutschen Kunden. Viele werden das "Echo" lieben. Und die ewigen Miesmacher werden lange und eindringlich warnende Artikel über "Amazons trojanisches Pferd" schreiben.

Der Grund ist bei allen der gleiche: Im Echo wie auch in seinem kleineren Bruder "Echo Dot" arbeiten die "Alexa Voice Services". Amazons weit fortgeschrittene Sprachtechnologie hört fleißig zu und kombiniert die Informationen mit den bereits vorhandenen Kundendaten in der Amazon-Cloud. Auch der "Fire-TV" bekommt demnächst Alexa. Und Amazon auf diesem Weg immer mehr Information.

Bestellen kann das Echo natürlich auch. Irgendwann auch als direkte Reaktion auf personalisierte Werbung vor Filmen und Serien bei Amazon Prime. Sehr schöne Daten für die Personalisierung liegen ja vor. Viele werden es lieben. Wer hätte nicht gern einen Mr. Carson und das "Smart Home" steuert Echo gleich mit. Und es werden gerade die kaufkräftigen Haushalte sein, deren Ausbleiben als Kunde bei anderen richtig weh tut.

Und die üblichen Medien-Verdächtigen sollten das Schicksal der Buch-Verlage studieren. Die waren bei Amazons Anfang als Buchversand auch gern dabei. An "Self-Publisher" hatten sie damals noch nicht gedacht. Jetzt ist es schwieriger. Die künstliche Intelligenz in der Cloud steht auch erst am Anfang. Echo, so verspricht es uns Amazon, lernt laufend dazu. Die Nachrichten zum Beispiel könnte Alexa bald ganz allein wissen. Auch ohne "Bild" oder "Spiegel". Und vieles andere mehr.

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