"Stranger Things": Keiner kann den Zahlen entkommen- Netflix auch nicht

"Stranger Things" ist ein voller Erfolg. Foto: Netflix

"Höchst rätselhafte" Umstände. Ebenso "höchst" geheime Regierungsexperimente. Ein Junge, der plötzlich verschwindet. Erschreckende übernatürliche Kräfte. Und ein sehr merkwürdiges kleines Mädchen. An was erinnert uns das jetzt ? Genau. Der aktuelle Netflix-Hit "Stranger Things" ist eine schöne Mischung aus "E. T.", "Akte X" und "Twin Peaks" und gilt als so etwas wie eine Hommage an die Mystery-Knaller der 80er und 90er Jahre.

Bei "Rolling Stone" erzählen die beiden Macher der Serie ihre Entstehungsgeschichte- und verraten auch, dass sie mit Stranger Things "etwa 15 bis 20 mal" bei verschiedenen Fernsehsendern wieder weggeschickt wurden, bevor sie mit ihrer Idee bei Netflix landeten. Die auf den eingefahrenen Schienen von "Zielgruppe", "Quote" und erfolgreichen Vorbildern denkenden TV-Bosse verstanden schon die Grundidee nicht. Netflix griff einfach zu, weil es gefiel und landete einen veritablen Hit.

Dass es einer ist, konnte man schon bisher vermuten. Serien und Filme, die das Publikum mag, hinterlassen entsprechende Zeichen in Social Media, in Bewertungsportalen wie "RottenTomatoes" oder der IMDb und manchmal sogar bei den Kritikern. Man kann sie deuten- so wie Winona Ryder in "Stranger Things". Aber jetzt gibt es zum Glück ja auch Netflix-Zahlen.

Auch wenn Content-Chef Ted Sarandos über diese Zahlen spottet und Reed Hastings weiterhin keine veröffentlichen will- so wie das unheimliche Monster in "Stranger Things" sind sie doch irgendwie in der Welt. Und werden natürlich sofort analysiert, erklärt und gedeutet.

Der "Business Insider" hat jedenfalls die aktuelle Netflix-Hitliste von "SymphonyAM" und da sind die "Stranger Things" eher "strong" als "strange". Danach schlägt die Serie bei den Abrufzahlen in den ersten 16 Tagen nach der Veröffentlichung sogar den "Daredevil". Und die "Narcos" oder das "House of Cards" sowieso. Nach Meinung von Symphony schafft "Stranger Things" Platz drei der erfolgreichsten Netflix-Premieren aller Zeiten, nur geschlagen vom "Fuller House" und den legendären Damen im Knast von "Orange is The New Black".

Symphony misst allerdings wohl nur in den USA. Denn dass "Marseille" unter den ersten 25 nicht auftaucht, ist auch so ein Zeichen. Jedenfalls kein gutes für die europäische Form der Qualitäts-Serie und die Globalisierungs-Idee von Netflix.

An die Zahlen werden sich Netflix, Reed Hastings und Ted Sarandos jedenfalls gewöhnen müssen, egal ob sie es wollen oder auch nicht. Und sie lesen sie ja auch. "Stranger Things" ist offiziell noch nicht um Staffel 2 verlängert. Aber, so Reed Hastings, "es wäre dumm, es nicht zu tun".

Ich finde die zahllosen "Ostereier" in "Stranger Things" so genial. Wo haben wir diese Anfangsszene schon mal gesehen? Ein kleiner Tipp: "Das Monster sah aus wie irgendein Typ im Gummi-Anzug", so die Macher von "Stranger Things". "Das geniale war, wie Ridley Scott es filmte."

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