Sharp ist jetzt Foxconn. Und bringt die "IGZO"-Displays mit zur IFA Berlin.

Foto: Sharp

Noch immer ist Sharp mit dem "Aquos" ein klangvoller Name im Geschäft mit schönen neuen Fernsehern. Wer das Gerät herstellt? Keine Ahnung. In Nordamerika kommt er demnächst wohl von Hisense. Und das ebenfalls nordamerikanische Beispiel Vizio zeigt, dass auch gute Hersteller von TV-Geräten heutzutage eigentlich gar keine eigene Fabrik mehr brauchen. Was man aber immer braucht: KnowHow und Technologie.

"Curved" oder flach? OLED oder LCD-TV? Das sind die Fragen, die derzeit rund um das wichtigste Teil am Fernseher im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Sharp kommt mit seinen Displays natürlich auch zur IFA nach Berlin. Und auf einmal reden alle über "IGZO". Und noch verrückter: "Sharp Fernseher" kann es vielleicht auch ohne Sharp Display geben. Und Fernseher, die nicht von Sharp sind, haben aber vielleicht ein Sharp-Display. Alles klar?

"IGZO" steht für "Indium-Gallium-Zink-Oxid". Und wenn man statt "amorphem" Silizium wie beim herkömmlichen LCD-Display diese Wunder-Mischung aufträgt, dann werden ebenso wundersame und neue Dinge möglich. Mehr und enger gepackte Pixel. Weniger Energieverbrauch. Hellere und bessere Bilder. Randlose Displays, da die Transistoren auf die Rückseite verbannt werden können. Ja, sogar alle möglichen Formen von Displays. Formen wie oben im Foto, die so bisher nicht denkbar waren. Und das ist immer noch nicht alles. Wenn man die Produktion dieser Wunder-Dinger beherrscht, dann soll sie obendrein sogar noch billiger sein.

Die IGZO-Displays stammen aus der Forschung japanischer Universitäten und Sharp arbeitet seit Jahren daran, sie in die Massenproduktion zu bringen. Dies scheint also so einfach nicht zu sein- denn bei den beschriebenen Eigenschaften sollte sich doch eigentlich niemand mehr um "OLED oder LCD-TV" streiten. Vielleicht fehlte es beim seit langem kriselnden japanischen Giganten aber auch am notwendigen Kleingeld.

Das aber dürfte ab sofort anders sein. Denn die nicht zuletzt wegen technischem japanischen Nationalstolz nicht ganz einfache Übernahme von Sharp durch Foxconn bzw. "Hon Hai", wie die Iphone-Schrauber jetzt heißen, ist mittlerweile perfekt. Und das "IGZO"-KnowHow dürfte für den chinesischen Giganten bei der Entscheidung, die notwendigen Milliarden locker zu machen, nicht ganz unwichtig gewesen sein.

Sharp präsentiert die neuen Displays nun groß zur IFA in Berlin. Und IGZO darf einen gewaltigen Schub bei Produktion und Weiterentwicklung erwarten. Und sollte der ewig sagenumwobene "Apple-TV" doch irgendwann kommen- dann ahne ich schon jetzt, mit was für einem Display.

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