Servus für "Servus TV"- Sender finden "Red Bull"-Zielgruppe nicht mehr


Vielleicht war es das jetzt. Oder auch nicht. "Servus TV" soll zumindest für Deutschland und die Schweiz zum Jahresende nun doch abgestellt werden. Schon im Mai wurde der Sendeschluss ja schon einmal beschlossen- nur, um es sich dann innerhalb von 24 Stunden doch noch einmal anders zu überlegen.

Jetzt hat "W&V", das Fachblatt der Werber, vom "Red Bull Media House" erfahren, dass es zumindest bei uns nun doch zu Ende geht. Die "Servus.TV"-Sendelizenz für Deutschland und die Schweiz solle "zurückgelegt" werden und der Sender wolle sich in Zukunft "auf seinen Heimatmarkt" konzentrieren. Mit 0,25 Prozent "Marktanteil" in Deutschland, so schreiben die Werber, sei der Kanal als "Vermarktungsangebot" ohnehin nur noch schwer vermittelbar gewesen.

Ach ja, die Werber, das Fernsehen und "die Quote". Interessant ist doch aber, dass "Servus.TV" zu einem Unternehmen gehört, welches global selbst einer der größten Kunden für "Vermarktungsangebote" ist. Also war das "Vermarktungsangebot" nicht einmal mehr an den Eigentümer vermittelbar. Und ja, ich habe bei "Commissario Montalbano" auf "Servus.TV" nicht einen einzigen Werbespot für "Red Bull" gesehen.

Vielleicht sollten die Werber mal in der ursprünglichen Begründung für das Aus von Anfang Mai nachsehen. "Die Veränderungen am globalen Medienmarkt bestärken uns in dieser Entscheidung, weil digitale Angebote die klassischen, linearen Programme verdrängen", so hieß es damals aus Salzburg.

Und mit "Servus TV" stirbt ja keineswegs das Fernsehen aus dem "Red Bull Media House". Es wird nur das klassische lineare Programm "Servus TV" durch das digitale Angebot "Red Bull TV" verdrängt. "Red Bull TV" braucht und will wohl keine "Sendelizenzen für Deutschland und die Schweiz". Gesendet wird trotzdem- global und ausschließlich im Netz. Zum Beispiel in den letzten Tagen live vom "Lollapalooza"-Festival direkt aus Chicago.

Auch das sonstige Programm von "Red Bull TV" ist vor allem eines: Attraktiv und ständig auf der weltweiten Suche nach der Zielgruppe für koffeinhaltige Brause. Deshalb ist das mögliche Ende von "Servus TV" so etwas wie ein Omen. Denn das klassische Fernsehen mit "Sendern" findet diese Zielgruppe für Red Bull anscheinend nicht mehr.

Selbst die Werber, für die "W&V" so schreibt, haben da so ihre Probleme. Dafür findet Abudi Alsagoff die Red Bull-Zielgruppe anscheinend perfekt. Der Malaysier wohnt in Dubai, zeigt dort vor, was man mit zu viel Koffein alles erreichen kann und kann davon leben. Deshalb wird er jetzt zusammen mit Vadim und Vitaliy aus Russland Star einer neuen "urban exploration Show" bei Red Bull TV.

Was und wer das sein soll? Ganz einfach, Programm für die Zielgruppe. Und zwar auf deren Sendern- Facebook, YouTube oder ganz einfach "Netz". Falls jemand Lust hat- hier ein wenig "urban exploration" mit Vadim und Vitaliy:



Update 15.10.16: Heute gibt es bei "Servus TV" Deutschland wieder einen Rückzug von der Schließung nach dem Rückzug vom Weiterbetrieb nach der Schließung. Ein wirklich neues Konzept gibt es aber wiederum nicht. Wir berichten wieder nach etwa zwei weiteren Schließungen und Neueröffnungen.

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